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„Honig im Kopf“ erfolgreich im Theater an der Kö gestartet

Autor: Christian Dick

Foto: das Ensemble von „Honig im Kopf“: Astrid Kohrs, Anne Bedenbender, Karsten Speck, Achim Wolff (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Mit lang anhaltendem Applaus wurde am 28. April 2017 die Premiere einer Theaterfassung des Films „Honig im Kopf“ von Til Schweiger und Hilly Martinek bedacht. Florian Battermann und der Direktor des Düsseldorfer Theater an der Kö René Heinersdorff, der auch Regie führte, hatten das Thema des Kinofilms für die Bühne adaptiert. Es handelt sich in diesem Fall um eine Co-Produktion mit dem Schlossparktheater in Berlin und der Komödie am Altstadtmarkt in Braunschweig. Der Inhaber des Berliner Schlossparktheaters Dieter Hallervorden hat in dem Kinofilm „Honig im Kopf“ die Hauptrolle des an Demenz erkrankten Amandus Rosenbach gespielt.

René Heinersdorff hat die Theaterfassung auf vier Personen reduziert. Bei dem Thema Demenz reagieren die meisten Menschen erschrocken, mit Betroffenheit oder Mitleid. Wie verhält man sich gegenüber einem Menschen, der Demenz hat? René Heinersdorff hat bei dieser Theaterfassung sehr gut herausgearbeitet, deutlich zu machen, dass Zuneigung, Liebe und natürlicher Umgang mit von Demenz Betroffenen unter Umständen eine größere medizinische Wirkung zeitigen, als der konventionelle Ansatz. „Da Demenz nicht eine organische Erkrankung ist, sondern auch von psycho-sozialen Faktoren abhängt, besteht eine Vielzahl von Möglichkeiten, Humor als Lebenselixier oder Therapeutikum einzusetzen“ – so legt es Professor Dr. Dr. Rolf D. Hirsch von den Rheinischen Landeskliniken Bonn und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. im Programmheft zu dem Stück „Honig im Kopf“ dar.

Die Theaterversion von „Honig im Kopf“ macht also nicht traurig, sondern lädt gerade dadurch zum Schmunzeln und Lachen ein, dass man hier hautnah mitbekommt, dass ein Mensch, der Demenz hat, dadurch Lebensfreude erfahren kann, dass ihm gezeigt wird, dass er als Mensch noch gebraucht wird und nicht alleine ist. Diese Inszenierung im Düsseldorfer Theater an der Kö ist sehr zu empfehlen. Bis zum 18. Juni steht „Honig im Kopf“ auf dem Programm.

Inhalt des Stücks

Amandus wird alt. Alt und vergesslich. Seine Enkelin Tilda will aber nicht, dass er in eine Alters – Residenz abgeschoben wird, und so versucht die Familie alles, ihn bei sich zu behalten. Die Katastrophen lassen nicht lange auf sich warten. Bis Tilda beschließt, ihrem Opa noch einmal Venedig zu zeigen. Die Reise dorthin wird ein Wettlauf gegen die Zeit…

Achim Wollff hat sich sehr einfühlsam in die Rolle des an Demenz erkrankten Amandus Rosenbach hineinversetzt. Anne Bedenbender spielt die Rolle seiner Enkelin auf sehr natürliche Weise. Karsten Speck stellt Niko Rosenbach, den Sohn von Amandus Rosenbach dar, und macht sehr gut deutlich, wie tief den Angehörigen eine solche Situation unter die Haut geht. Astrid Kohrs in der Rolle von Sarah Rosenbach, der Schwiegertochter von Amandus Rosenbach, stellt in ihrer Rolle sehr gut dar, dass es problematisch wird, wenn man mit einem von Demenz betroffenen Menschen nicht genug Geduld hat.

Weitere Informationen gibt es unter folgender Internetadresse: http://www.theateranderkoe.de/ .

Filed by Christian Dick at April 30th, 2017 under Kultur