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Immergrüner Evergreen

Foto: Peter Millowitsch und Heidi Mahler (Aufnahme, copyright; Christian Dick)

Autoren: Christian Dick und Ralf Roeb

Tratsch im Treppenhaus – es handelt sich hier um eine alternative Gewissenserforschung, die sehr in die Fastenzeit passt. Dem Vernehmen waren bei der Premiere in der Düsseldorfer Komödie in der Steinstraße am 22. März 2017 auch Priester im Publikum, um sich über die Untiefen der menschlichen Seele zu informieren, denn in Ermangelung der eigentlich üblichen Beichtgespräche ist ein Priester nun auf andere Erfahrungshintergründe angewiesen. Eines der 10 Gebote heißt „Du sollst kein falsches Zeugnis geben“. Der aus der Bibel bekannte Pilatus sucht nach einer Antwort die Frage „Was ist Wahrheit?“ und er weiß, dass es zumindest im Treppenhaus alternative Fakten gibt. Vermutlich handelt es sich also um ein Lieblingsstück des amtierenden US-Präsidenten.

Die Komödie „Tratsch im Treppenhaus“ ist ein legendärer Erfolg des Hamburger Ohnsorg-Theaters und ist aus dem Boulevardtheater nicht mehr wegzudenken. Die Uraufführung auf Plattdeutsch fand am 1. Januar 1962 statt. Infolge einer Fernsehausstrahlung in der ARD am Silvesterabend 1966 wurde das Stück bundesweit zu einem großen Erfolg.

Die Premiere in Düsseldorf war wurde mit stehenden Ovationen bedacht. Heidi Mahler als war brillant in der Rolle der Meta Boldt, die dereinst ihre Mutter, die unvergessene Heidi Kabel, im Ohnsorg-Theater gespielt hat. Ihr Spielpartner auf der Bühne ist Peter Millowitsch. Auch er war in der Rolle des Miesepeters namens Ewald Brummer hervorragend.

Inhalt des Stücks

Meta Boldt „wacht“ über das Treppenhaus des Hauses, in dem sie wohnt; sie meint es besonders gut mit ihren Mitbewohnern und lässt sich deshalb nichts entgehen. So bleibt ihr auch nicht lange verborgen, dass Frau Knoop, die Nachbarin in der zweiten Etage, dargestellt von Birgit Brockmann, ein Zimmer untervermietet hat, was laut Mietvertrag strengstens verboten ist. Da muss man doch schleunigst den Hauswirt benachrichtigen und den anderen Nachbarn, den Steuerinspektor a. D. Brummer, den die laute Musik, die aus dem Zimmer der Untermieterin tönt, doch wirklich in der wohlverdienten Ruhestand stören muss. Meta Boldt erreicht zwar zunächst, dass Hauswirt und Nachbar sich empören und Frau Knoop in ihre Schranken weisen wollen, doch die junge Untermieterin verdreht den älteren Herren den Kopf und nimmt Ihnen so allen Wind aus den Segeln. Ihr allerdings verdreht der junge Mann den Kopf, der- auch gegen das strenge Verbot im leeren Zimmer bei dem Herrn Steuerinspektor a.D. Brummer eingezogen ist. So werden alle Karten neu gemischt: Die Untermieterin bekommt den Untermieter, Frau Knoop bekommt den Herrn Brummer und Frau Boldt, die das alles empörend findet, bekommt gehörig ihr Fett weg.

Anna Kretschmer spielt ihre Rolle der Untermieterin Heike Seefeld mit viel Charme, Fabian Goedecke besticht in der Rolle des jungen Untermieters Dieter Brummer mit vielen kessen Sprüchen. Und in der Rolle des biederen Hauswirts, der sich gerne als Schürzenjäger gibt, ist Jürgen Goldkamp ausgezeichnet. Rolf Berg macht ebenfalls eine sehr gute Figur als zunächst strenger, aber später wandlungsfähiger Vater der Untermieterin.

Dieses Stück sollte man nicht verpassen.

Darsteller

Frau Boldt Heidi Mahler

Herr Brummer Peter Millowitsch

Frau Knoop Birgit Bockmann

Schlachtermeister Tramsen Jürgen Goldkamp

Dieter Brummer Fabian Goedecke

Heike Seefeld Anna Kretschmer

Herr Seefeld Rolf Berg

Regie Michael Koch

Weitere Informationen sind unter folgender Internet-Adresse zu finden: www.komoedie-steinstrasse.de

Filed by Christian Dick at März 24th, 2017 under Kultur