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Mai 26, 2016

Wulff und Wolf

 

Autoren: Christian Dick und Ralf Roeb

„Die polnischen katholischen Bischöfe unter Federführung von Boleslaw Kominek, mit Unterstützung von Karol Wojtyla, sendeten am 18. November 1965 einen Brief an die Deutsche Bischofskonferenz. Nach den Spaltungen des 2. Weltkriegs mit Millionen von Toten und Vertriebenen wagten sie den historischen Satz: „Wir vergeben und bitten um Vergebung.“ Das brachte Europa weiter! Die Frage war damals nicht „Was kommt an?“, sondern „Worauf kommt es an?“, erklärte Bundespräsident a. D. Christian Wulff beim Festakt anlässlich des 100. Katholikentages in der Leipziger Oper. Wulff, selbst bekennender Katholik, führte weiter aus, er habe die katholische Kirche so erlebt, dass sie nicht zuerst frage, was die Menschen trenne, sondern was die Menschen verbinde. Dies bringe gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Bei gesellschaftlichen Themen ist es oft die Frage, wie man sie erklärt. Wenn mein 8jähriger Sohn sich Gedanken wegen der Flüchtlinge macht und mich fragt „Papa, können wir das schaffen?“, dann sage ich zu ihm „Auf Deiner Grundschule sind 500 Schüler, da kann man doch 3 Schüler mehr leicht aufnehmen.“ Mein Sohn nickte daraufhin und hat dies verstanden. Das Thema Integration von Flüchtlingen kann man also auch einem 8jährigen schon begreifbar machen. Europa hat etwa 500 Millionen Einwohner. Da kann es Europa doch leicht schaffen, 3 Millionen Flüchtlinge aufzunehmen.“ Den PEGIDA-Anhängern warf Wulff vor, dass sie sich nicht mit Grundgesetz auskennen und nicht auf dessen Boden agieren, ebenso stünden die Forderungen der PEGIDA-Anhänger in deutlichem Gegensatz zur Botschaft des Christentum, die für Nächstenliebe, Menschlichkeit und  Freiheit stehe. Er warnte vor Nationalismus, dem Schüren unbegründeter Ängste und einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft und Europas. Dies sei eine echte Friedensgefahr.

 

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Foto: Bundespräsident a. D. Christian Wulff im Leipziger Opernhaus bei Festakt des 100. Katholikentages (Aufnahme: Christian Dick, copyright www.nrw-depesche.de)

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Foto: Professor Dr. Hubert Wolf, Kirchenhistoriker der Universität Münster, sprach in seinem Vortrag über die Entwicklung der Katholikentage seit 1848, die Entwicklung zwischen Klerus und Laien sowie die Reformbewegung und die Emanzipation der Laien und stellte unter anderem fest „Ohne die Katholikentage gäbe es den heutigen Sozialstaat so nicht.“   (Aufnahme: Christian Dick, copyright www.nrw-depesche.de)

 

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Foto: (von links nach rechts) Theodor Bolzenius, Pressesprecher des Zentralkomitee der deutschen Katholiken, Professor Dr. Thomas Sternberg, Präsident des ZdK und CDU-Abgeordneter im Landtag von NRW und Andreas Kutschke, seit September 2015 Diözesanadministrator des Bistum Dresden-Meißen. Bei der  Auftakt-Pressekonferenz des 100. Katholikentages wurde auch ein Signal an die Menschen gesendet, die nicht in der Kirche sind. Leipzig hat gerade einmal 4,3 Prozent Katholiken, Ostdeutschland ist die am stärksten säkularisierte Region in Europa. Ein weiteres Signal, das vom Katholikentag ausgehen soll, ist, dass Sachsen, im Gegensatz von dem gegenwärtigen gegenwärtigen in den Medien vorherrschenden Bild, keinesfalls eine fremdenfeindliche Region ist, sondern vielmehr weltoffen, kommunikativ und gastfreundlich. (Aufnahme: Christian Dick, copyright www.nrw-depesche.de)

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Foto: Ralf Roeb vom Team der NRW-d-e-p-e-s-c-h-e und Aiman A. Mayzek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland tauschten sich nach dem Festakt zum Thema „Christen und Muslime als Weg-Gestalter einer neuen gesellschaftlichen Mitte“ aus. (Aufnahme: Christian Dick, copyright www.nrw-depesche.de)

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Mai 25, 2016

Zunehmende Exegese des Koran

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Foto: Professor Mouhanad Khorchide von der Universität Münster (Aufnahme: Christian Dick, copyright www.nrw-depesche.de)

Autoren: Christian Dick und Ralf Roeb

Seit Jahren gibt es den Gesprächskreis „Christen und Muslime“ beim ZdK. Thomas Sternberg, ZdK-Präsident erklärt: „Der Islam wird oft mit Gewalt assoziiert. Die Mehrheit der Muslime lehnt Gewalt jedoch ab.“  Ein frisch präsentiertes Papier „Keine Gewalt im Namen Gottes! Christen und Muslime als Anwälte für den Frieden“ wurde im Gesprächskreis entwickelt und gestern, kurz vor Beginn des Katholikentages, in Leipzig gemeinsam vorgestellt. Professor Mouhanad Khorchide (Universität Münster) übernahm es, in die Gedankenwelt des Papiers einzuführen. Er warnt eindringlich vor religiösem Exklusivismus. „Dass jemand an den Wahrheitsanspruch seiner eigenen Religion glaubt, heißt noch nicht, dass deshalb alles andere abzulehnen ist.“ Exklusivismus bereite den Boden für Formen der Gewalt. Ein zweiter Punkt sei das Gottesbild. „Sag mir, an welchen Gott du glaubst, und ich sage dir, wie es um deine Menschlichkeit steht.“ Mit diesem Zitat von Emil Brunner hielt er einem von Liebe, Zuwendung und mit Freiheit ausstattendem Gottesbild den Entwurf gegenüber, in welchem Gott bedingungslose Unterwerfung und sozusagen gehorsame Marionetten fordert. Ein solcher Entwurf führe nicht zur Wertschätzung des anderen Menschen oder eines anders denkenden Menschen. In einem dritten Punkt fordert Prof. Khorchide nachhaltig die Wertschätzung einer Kontextualität der religiösen Schriften. Exegese gäbe es nicht nur mit Blick auf die Bibel, sondern auch in Hinsicht auf den Koran, und zwar seit dem 7. Jahrhundert. Zweifellos könne hier noch Wichtiges geleistet werden. In diesem Zusammenhang stehe auch die Ausbildung der Imame. Wer über die Kontextuatlität der Hl. Schrift Kenntnisse hat, verstehe auch besser, dass er bei allen aktuellen Überlegungen Lebenswirklichkeiten berücksichtigen müsse.

 

 

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ZDK-Vollversammlung vor dem Katholikentag in Leipzig

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Foto: Professor Dr. Thomas Sternberg , Präsident des Zentralkomitee der Deutschen Katholiken, MdL NRW (ZDK) (Aufnahme: Christian Dick, copyright www.nrw-depesche.de)

Autoren: Christian Dick und Ralf Roeb

Anlässlich des 100. Deutschen Katholikentages fand am 24. und 25. Mai 2016 in Leipzig des Vollversammlung des Zentralkomitee der Deutschen Katholiken statt. Das ZDK zeichnet sich aktuell durch weitgehende Konstanz aus: Die Vollversammlung hat seit Jahren die gleichen Mitglieder, die Menschen kennen sich sehr gut. Auch viele Themen, die  wiederum auf den Schild gehoben wurden, sind einem schon seit Jahren bekannt. Hoch im Kurs stand dabei in der öffentlichen Aussprache insbesondere das von Papst Franziskus aktuell wieder in den Fokus gestellte Frauendiakonat. Die ehemalige ZDK-Präsidentin Rita Waschbüsch fordert, dass es hier keine Lightversion gibt, sondern einen vollwertigen, den männlichen Diakonen entsprechenden Dienst.

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(Aufnahme: Christian Dick, copyright www.nrw-depesche.de)

Neben aller Konstanz gab es in der öffentlichen Aussprache zwei aktuelle neue Themen: Zum einen hatte das ZDK der AfD die Beteiligung am Katholikentag nicht erlaubt. In seiner Erläuterung führte ZDK-Präsident Thomas Sternberg aus, dass er persönlich die kontroverse Auseinandersetzung mit den Positionen und Repräsentanten der AfD für richtig hält und dies selbst auch so praktiziert. In der Rubrik „Christ und Welt“ der Wochenzeitschrift „Die Zeit“ wird am 26. Mai ein Streitgespräch zwischen Thomas Sternberg und Alexander Gauland (AfD) zu lesen sein. „Glauben Sie mir, diese Veranstaltung war nicht vergnügungssteuerpflichtig“, schob Sternberg hinterher.

Das zweite neue Thema betrifft die aktuelle Flüchtlingsdebatte und einen vom ZDK absolut begrüßten Lösungsansatz, der unlängst über die Communità die Sant’Egidio in Syrien gestartet worden ist. Hier werden Asylanträge im Herkunftsland direkt geprüft. Wer seinen Asylantrag berechtigt gestellt hat, kann nach der Prüfung direkt nach Deutschland ausgeflogen werden. Dadurch soll die Schleuserkriminalität unterbunden und eine weitere Belastung der ohnehin durch Flucht bedrückten Menschen vermieden werden.

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Foto: Links im Bild: Bundestagspräsident a. D. Wolfgang Thierse ist Mitglied der Vollversammlung des ZDK, rechts neben ihm Karin Kortmann, stellvertretenden Vorsitzende des Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (Aufnahme: Christian Dick, copyright www.nrw-depesche.de)

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Foto: Ralf Roeb, NRW DEPESCHE, im Gespräch mit BDKJ-Präses Dirk Bingener  (Aufnahme: Christian Dick, copyright www.nrw-depesche.de)

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Mai 22, 2016

Rheinisches Landestheater: Bürgerbühne präsentiert Ein Stück Gerechtigkeit

Autor: Christian Dick

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Das Ensemble der Bürgerbühne bei der aktuellen Inszenierung „Ein Stück Gerechtigkeit“ (Foto: Lena Schulz)

In Neuss gibt es jetzt die sogenannte Bürgerbühne. Hier können sich Menschen, die bis dato noch keine professionelle Erfahrung in der darstellenden Kunst haben auf die Bretter begeben, die die Welt bedeuten. Die aktuelle Saison des Rheinischen Landestheater steht unter dem Titel „Gerechtigkeit“. Demgemäß hat die neue geschaffene Gruppe von Laienschauspielern der „Bürgerbühne“, unter denen eine junge Dame ist, die bereits an einer Berliner Schauspielschule aufgenommen worden ist, ihre erste Inszenierung unter den Titel „Ein Stück Gerechtigkeit“ gestellt. Am 21. Mai 2016 fand die Premiere statt Festzustelle ist, dass das gesamte Ensemble textsicher war, die Souffleuse kam somit nicht zum Einsatz. Die Darstellerinnen und Darsteller dieses ersten Projekts der Bürgerbühne sind allesamt nicht nur kreative Köpfe, sondern vor allem starke, eigenwillige und unterschiedliche Charaktere. Was bewegt uns? Was macht uns aus? Tausende einzigartige Persönlichkeiten leben in einer Stadt und prägen diese. Was ist, wenn sich eine heterogene Gruppe zusammenfindet und versucht, zusammen ein Stück Gerechtigkeit auf die Bühne zu bringen. Geht das überhaupt? Was geschieht, wenn Alter, Herkunft und Sprache einfach keine Rolle mehr spielen? In dieser ersten Inszenierung der Bürgerbühne melden sich Menschen aus Neuss zu Wort, um gemeinsam Geschichten zu schöpfen. Geschichten und Texte über die Gerechtigkeit und die Ungerechtigkeit. Es entsteht eine bunte Collage, bestehend aus eigenen Texten und Songs, Komödiantischem, Ernstem, Berührendem, Nachdenklichem Trotz alledem ist es Regisseurin Theresa Sokolowski sehr gut gelungen, die Inszenierung so anzulegen, dass alle Ensemble-Mitglieder ihre ganz persönliche individuelle Note unter Beweis stellen können.

Sie alle haben ihre Beiträge zum Thema Gerechtigkeit selbst ausgearbeitet bzw. arrangiert. Was hier vorgetragen wurde war teils hochphilosophisch. Ebenso ist diese Inszenierung gesellschaftskritisch. Der Zuschauer wird immer wieder mit den Fragen konfrontiert „Was ist Gerechtigkeit?“, „Gibt es Gerechtigkeit?“ und „Wenn es einen Gott gibt, wieso ist gibt es dann so viel Leid, Kriege, Armut und Hunger auf der Welt?“. Und auch der Umgang der Gesellschaft mit der Flüchtlingskrise wird nicht ausgespart. Was nun Gerechtigkeit ist, diese Frage wird nicht abschließend beantwortet, der Zuschauer ist gefordert, darüber zu reflektieren. Die Inszenierung wühlt auch auf. Ein besonderes Spannungsmoment ist eine Beerdigung. Aber keine Angst. Es ist kein Mensch gestorben. Denn hier wird die Gerechtigkeit beerdigt. Gerade mit dieser Szene wird die Gesellschaft zu einem Umdenken in puncto Umgang mit Menschen, Gleichbehandlung aller Menschen und Diskriminierung provoziert.

Zum Thema Gerechtigkeit stellt die Intendantin des Rheinischen Landestheater folgendes fest „Ist die Tugend Gerechtigkeit ein uner­reichbares Ideal oder kann sie als feste Größe in unser Leben integriert werden – diese Frage und die Sehnsucht danach sind so alt wie die Menschheit selbst. Der Wunsch nach einer gleich­ berechtigten, angemessenen Teilhabe an Gütern, Chancen und Interessen impliziert ein glückliches Leben für alle. Der Ruf nach Gerechtigkeit als Grundnorm des menschlichen Zusammenlebens führt aber auch zu Streit und Kriegen, da sich das einzelne Gerechtigkeitsempfinden häufig vom gesellschaftlich sanktionierten Recht unterscheidet. Wie sähe eine gerechte Welt aus? Gibt es ein gerechtes Miteinander im Staat, in der Gesellschaft, in der Familie, in der Beziehung?“.

Weitere Aufführungstermine im Studio des Rheinischen Landestheater sind Sonntag, 22. Mai, und Dienstag, 24. Mai, jeweils um 19 Uhr.

Kurzbeschreibung:

Stückentwicklung | Bürgerbühne RLT Neuss

In Kooperation mit dem Off Theater

Studio des Rheinischen Landestheater

Regie: Theresa Sokolowski

Weitere Informationen zum Rheinischen Landestheater sind unter folgender Internetadresse zu finden: www.rlt-neuss.de

 

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Mai 15, 2016

JAZZRALLY versetzt in die 1970er Jahre zurück

Autoren: Christian Dick und Hans-Werner Keller

Eines der Highlights der „schauinsland reisen JAZZRALLY Düsseldorf“ am Pfingstwochenende 2016 war das Konzert der Formation “THE EARTH WIND AND FIRE EXPERIENCE FEATURING THE AL MCKAY ALLSTARS” am Samstag, dem 14. Mai, im Konzertzelt auf dem Burgplatz.

Die Musiker heizten den Fans ein mit Disco-Funk im Siebziger-Jahre-Style. Al „The Hurricane“ McKay schrieb einige der größten Hits mit – wie ‚September‘ oder „Saturday Nite“ – und fungierte neben Gründer Maurice White als Produzent. Nach sieben Jahren zog er sich 1981 von der Bühne zurück. In den Neunzigern formierte McKay aus alten Freunden und Kollegen eine Art Super-Band, geschaffen einzig und allein für großartigste, mitreißende Disco-Funk-Liveauftritte.

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Fotos des Konzerts “THE EARTH WIND AND FIRE EXPERIENCE FEATURING THE AL MCKAY ALLSTARS”, Al McKay zweitletztes Bild links (Aufnahmen: copyright: Christian Dick)

Bei dem Konzert wirkten folgende Musiker mit: Gonzales Abreu (tp.), B. Dowling (keyb.), D. Duckett (voc.), F. Flewelen (bs., git.), D. Gant (keyb.), A. Haggerty (dr.), J. Kirk (trombone), A. McKay (git.), T. Owens (voc.), O. Peralta (tp.), C. Woods (voc.), E. Wynne (sax.)

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Foto: Die Fans jubelten bei dem Konzert im Zelt am Burgplatz (Aufnahme: copyright: Christian Dick)

Hintergrundinformationen

Al McKay, der am 2. Februar 1948 in New Orleans, Louisiana, geboren worden ist, ist ein US-amerikanischer R&B-, Soul- und Funk-Gitarrist. Als er fünf Jahre alt schenkte ihm sein Onkel eine Gitarre. Von der Leidenschaft für dieses Instrument konnte er fortan nicht mehr loslassen.  Er orientierte sich insbesondere an Freddie King, Duane Eddy, den Everly Brothers und James Brown.

1986, als er gerade einmal 18 Jahre alt war, lernte der blutige Anfänger Al McKay zufällig in Los Angeles Ike Turner kennen. Diesem demonstrierte er sein Talent, mit der Gitarre imposante Leistungen hervorzubringen, was er bis dato nur in seinen eigenen vier Wänden gemacht hatte. Ehe er sich versah stand der dann auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Er ging auf Tournee mit durch die USA mit Ike und Tina Turners Revue und tauchte in eine Musikwelt, von der andere nur träumen können.

Diese Erfahrung währte allerdings nicht lange. Al McKay wurde mit 20 Jahren in Los Angeles  einer der erfolgreichsten  Session-Musiker, der bei Koryphäen wie Isaac Hayes bis Charles Wright, von Pearl Bailey bis Sammy Davis jr. stark gefragt war. Zur gleichen Zeit entstand wurde in Los Angeles durch die Brüder Verdine und Maurice White eine neue Band mit dem Namen „Earth, Wind and Fire“ ins Leben gerufen. Allerdings war der Erfolg mäßig, denn die Mixtur von Liedern aus Soul und R&B mit Klängen aus Afrika fand seinerzeit noch keine große Resonanz beim Publikum. Al McKay gesellte sich 1973 zui den Brüdern White. Zu eben dieser Zeit wurde auch der von Esoterik inspirierte, klassische Afro-Fusion-Sound unter dem Zeichen von Sonnengott & E-Gitarre immer gefragter. Der große Durchbruch von Earth, Wind & Fire kam 1975 durch das Album „That’s the way of the world”. Dies war der Beginn einer fulminanten weltweiten Karriere und stellte einen Meilenstein in Bezug auf ausklingende Hippie- und das beginnende Disco-Zeitalter dar.

Im Mittelpunkt dieses Geschehens war immer Al McKay. Er zauberte aus der Rhythmus-Gitarre unbeschreibliche Klänge hervor, zeichnete verantwortlich für einige der größten Hits mit, wie „September” oder „Saturday Nite”, und war ebenso wie Maurice White als Produzent der Gruppe tätig. 1981, nach sieben Jahren, hatte McKay legte eine Pause und Bühnenabstinenz ein, währen dieses Zeitraum widmete er sich der Produktion anderer Künstler. In den 1990er Jahren packte McKay erneut die unbändige Lust, zu seiner Gitarre zu greifen. Er stellte aus alten Freunden und Kollegen eine Band zusammen, die die herausragendsten Musiker seines Genres vereinigte. Diese trägt seither den Namen „Al McKay All Stars”. Mit Band ist McKay heute rund um den Globus unterwegs, immer in wieder unterschiedlichen Zusammensetzungen wie etwa alten EW&F-Kollegen, namhaften Gästen wie Ed Wynne von den Doobie Brothers oder Bill Churchville von Tower of Power sowie hochklassigen Session-Musikern aus Los Angeles. Die Band, das konnte man in Düsseldorf sehr gut empfinden, bringt bei ihren Konzerten das Lebensgefühl der 1970er Jahre wieder hautnah in er Erinnerung.

Am Freitag, dem 13. Mai 2016, gab Natalia Klitschko, Ehefrau des Ex-Boxers und ukrainischen Politikers Vitali Klitschko im Rahmen der JAZZRALLY ein Konzert in den Düsseldorfer Rheinterrassen. Sie präsentierte Lieder aus ihrem aktuellen ersten Album „Naked Soul“. Die Lieder ware sehr melancholisch und gefühlsbetont, bisweilen stimmten sich auch ein wenig traurig.

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Fotos: Natalia Klitschko und Band ((Aufnahmen: copyright: Christian Dick)

Filed by Christian Dick at Mai 15th, 2016 under Kultur
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Mai 13, 2016

Klaus Doldinger feiert Geburtstag

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Foto: Bildmitte: Klaus Doldinger (Aufnahme: Christian Dick)

Autor: Hans-Werner Keller

Die Legende Klaus Doldinger ist am 12. Mai 2016 80 Jahr alt geworden. Aus diesem Anlass gibt er zwei Konzerte mit Freunden in der Tonhalle Düsseldorf. Die Konzerte finden als Zusatzkonzerte im Rahmen der Jazz-Rally statt.

Zunächst besuchte Klaus Doldinger von 1947 bis zum Abitur 1957 besuchte das Jacobi-Gymnasium und ebenfalls ab 1947 mit einem Stipendium das Robert-Schumann-Konservatorium in Düsseldorf, wo er zunächst Klavier und ab 1952 Klarinette studierte. In dieser Zeit gründete er mit Freunden die Band The Feetwarmers, eine Dixieformation, die legendäre Konzerte in der Düsseldorfer Altstadt gab. Es kam 1955 zu ersten Plattenaufnahmen. Parallel studierte er Musikwissenschaften, Tonmeisterei und Tontechnik. Erste Reisen in die USA brachten ihn mit den Musikern wie Kenny Clarke, Donald Byrd und Benny Bailey zusammen. Es folgten Tourneen durch die USA mit legendären Auftrittten in New Orleans, dessen Ehrenbürger Doldinger ist. Es kam zu Tourneen in der ganzen Welt. Besonders beeindruckt war Doldinger von einer Tournee durch Südamerika. Es kam zu Kooperationen mit verschiedenen Musikern und musikalischen Formation. Besonders heraus zu heben ist seine 1971 gegründete eigene Band Passport mit dem jungen Udo Lindenberg an den Drums. Passport galten als die deutschen Weather Report. In den folgenden Jahrzehnten war Doldinger einerseits als Komponist sehr produktiv, verfolgte aber die Karriere mit Passport weiterhin intensiv. Auch als Komponist für Filmmusik machte sich Doldinger einen Namen. Die Musik für den Film Das Boot und die Titelmusik zur Krimiserie Tatort stehen hier nur exemplarisch. Er hat mehr als 50 Tonträger veröffentlicht, rund 2.000 Stücke geschrieben und stand über 4.200 Mal auf Bühnen in rund 50 Ländern. Der in München lebende Doldinger hat sein eigenes Tonstudio. Sein Düsseldorfer Ursprünge hat er nie vergessen. Dies beweisen regelmäßige Konzerte in Düsseldorf, aber auch die lang währende Schirmherrschaft für die Düsseldorfer Jazz-Rally. Unter dem Motto „Still Loud“ finden in der Tonhalle in Düsseldorf zwei Konzerte von Klaus Doldinger statt, die sein breites musikalisches Spektrum verdeutlichen. Termin sind am 12. und 13. Mai 2016.

Wichtige CDs (Auswahl vollkommen subjektiv)

Doldinger Jubilee ’75 (1975)

Cross-Collateral (1975)

Infinity Machine (1976)

Iguaçu (1977)

2 Originals Of Passport (1977) (enthält alle Stücke. die vorher als Passport und Second Passport veröffentlicht wurden)

Ataraxia (1977) (in manchen Ländern auch „Sky Blue“)

Garden Of Eden (1978)

Lifelike (1980)

Oceanliner (1980)

Blue Tattoo (1981)

Back To Brazil (2003)

Passport To Morocco (2006)

Passport On Stage (2008)

Back To Brazil – DVD (2010)

Inner Blue (2011)

Aktuelles Album aus dem Jahr 2016: Doldinger.

Filed by Christian Dick at Mai 13th, 2016 under Events
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Mai 8, 2016

Düsseldorfer St. Sebastianus-Schützen feiner 700jähriges Jubiläum

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(Aufnahme. Christian Dick)

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Foto: der Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek (CDU), Kanzleramtsminister Peter Altmaier, Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel und seine Frau Dr. Vera Geisel und der Düsseldorfer Ehrenbürger Albrecht Woeste (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Lothar Inden, Chef der Düsseldorfer St. Sebastianus-Schützen, Kanzleramtsminister Peter Altmaier sowie Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel und seine Frau Dr. Vera Geisel (Aufnahme. Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Am 8. Mai 2016 fand in der Düsseldorfer Tonhalle ein Festakt zum 700jährigen Jubiläum des St. Sebastianus Schützenvereins Düsseldorf 1316 e. V. Dieser Tag wird in Düsseldorf auch als „Stephanientag“ bezeichnet. An diesem Tag gedenkt der Verein traditionell der Herzogin Stephanie von Hohenzollern, die von 1852 bis 1859 in Düsseldorf gewirkt hat.

Die Soziale Stadt

Von der Gründung bis heute ist der St. Sebastianus Schützenverein Düsseldorf ein Zusammenschluss von Bürgern, die soziale Verantwortung übernehmen. Nicht nur den Mitgliedern in den eigenen Reihen wird geholfen, wenn sie in Not geraten. Ein Zeichen für soziales Engagement setzt auch der Stephanien-Preis, benannt nach der oben erwähnten Düsseldorferin Stephanie von Hohenzollern-Sigmaringen („Engel der Armen“), der späteren Königin von Portugal. Dem Schützenverein liegt das Miteinander der Generationen am Herzen. Er veranstaltet Seniorenfeiern zum Schützenfest und hat ein eigenes Seniorenwohnheim gebaut. Sozial ist aber nicht nur die Fürsorge, sondern auch das gesellige Miteinander.

Der mit 5.000,- EUR dotierte Stephanien-Preis ging in diesem Jahr den Verein HISKO – Hilfe im Schwangerschaftskonflikt.

Bedeutung der Schützen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt

Anlässlich des herausragenden Jubiläums war ein hochkarätiger Vertreter aus der Bundespolitik in Düsseldorf. Kanzleramtsminister Altmaier überbrachte die Grüße der Bundeskanzlerin und des Bundeskabinetts. In einer launigen Rede, in der er sich als den „schwergewichtigsten“ Minister der Bundesregierung bezeichnete, wies er darauf, wie wichtig die Schützen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Gemeinwohl sein. Den Schützen ebenso wie den handwerklichen Zünften maß Altmaier höchste Bedeutung für das gesellschaftliche Leben in Deutschland bei. Er betonte in diesem Zusammenhang auch den wichtigen Stellenwert des Ehrenamtes gleich welcher Art und lobte das Engagement für die Gesellschaft ohne eine Gegenleistung in Geld, das besonders für junge Menschen, aber auch für die Flüchtlinge, die in Deutschland eine neue Heimat suchten, eine Möglichkeit sei, um Gemeinschaft zu erfahren. Weiterhin hob Altmaier hervor, dass Schützenvereine für alle Menschen, in Düsseldorf seit jüngster Zeit auch für Frauen, offen seien und überparteilich seien.

Unter den Festgästen waren Landtagspräsidentin Carina Gödecke, Oberbürgermeister Thomas Geisel, Ehrenoberbürgermeisterin Marlies Smeets, Ehrenmitglied des Vereins und der Düsseldorfer Ehrenbürger Albrecht Woeste,

Gemeinschaft macht stark

Der St. Sebastianus Schützenverein Düsseldorf 1316 ist einer der wichtigsten Träger des Brauchtums in der Stadt. In ihrer Jahrhunderte alten Geschichte erlebte diese Gemeinschaft Gleichgesinnter Pest, Hungersnöte, Kriege, Revolutionen und Inflation und erfand sich wie Phönix aus der Asche immer wieder neu. Auch wenn sich der Verein von einer kirchlichen Bruderschaft loslöste, blieben die Mitglieder christlichen Grundwerten immer treu. Die Schützengesellschaften sind eng mit dem politischen und wirtschaftlichen Aufstieg der Städte verbunden. Der Verein nahm bereits in den Anfängen auch Frauen als Mitglieder auf, und nach der Reformation stand er auch evangelischen Christen offen. Bei der Gründung spielten die Zünfte der Handwerker als Vorbild eine wichtige Rolle. Die Gemeinschaft war auch eine soziale Errungenschaft. Die Mitglieder lebten nicht nur Geselligkeit vor, sondern unterstützten verarmte Mitglieder, fingen Waisenkinder auf. Caritas und christliche Verantwortung wirken bis heute fort.

Im Wandel der Zeiten

Die andere Wurzel der Schützengesellschaft ist der Soldatenheilige Sebastianus. Das Schießen mit Armbrüsten oder Pfeil und Bogen war nicht nur sportlicher Wettkampf, sondern auch Ausdruck wehrhafter Bürger. Auf der Liste der bekannten Schützenkönige steht allerdings eine Frau an erster Stelle: 1594 wurde Herzogin Jakobe von Baden erste Schützenkönigin.

In der Residenzstadt Düsseldorf gab es von jeher ein gutes Miteinander von Obrigkeit, Stadt und Schützen. Landesfürsten wie Herzog Wilhelm IV. von Jülich-Berg und Kurfürst Johann Wilhelm („Jan Wellem“) förderten den Schützenverein und stifteten für das Schützensilber. Die Franzosenzeit 1795 bis 1801 bedeutete wegen des Verbots von Schützenfesten erneut einen Einschnitt in die Geschichte des Schützenbrauchtums. Erst mit den Preußen konnte der Schützenverein seine Tradition fortsetzen. In die gescheiterte deutsche Revolution von

1848 wurde auch der St. Sebastianus Schützenverein hineingezogen. Sein damaliger Chef Lorenz Cantator unterstützte die Revolutionäre und musste später nach Nordamerika fliehen. Die von ihm dem Verein gestiftete schwarz-rot-goldene Fahne befindet sich noch heute im Rathaus.

Schützen 2.0

Mit den über Jahrhunderte bewährten Prinzipien von Kameradschaft und Solidarität widersteht der St. Sebastianus Schützenverein dem neoliberalen Zeitgeist, der die Optimierung des Individuums feiert. Das alljährliche Schützenfest und die größte Kirmes am Rhein, die Jahr für Jahr – je nach Wetterlage – mehrere Millionen Besucher anlocken, sind das Verbindungsglied zwischen Moderne und Tradition.

Lothar Inden, seit zehn Jahren Chef des Schützenvereins, will seine 1400 Aktiven in eine gute Zukunft führen. Er betont, dass die Düsseldorfer Sebastianer keine Bruderschaft, sondern ein Verein sind. Sie bekennen sich zu ihren christlichen Wurzeln, sind aber in ihrer Praxis viel offener.Der Schützenverein fragt nicht nach Konfession und Glauben. Auch die

Frage verheiratet, Lebenspartner oder Single spielt keine Rolle mehr. Frauen sind als Mitglieder dabei – wenn auch in der Minderheit. Noch vor Geselligkeit und Schießsport kommt soziales Engagement. Wer das Schützenleben akzeptiert und sich in die Gemeinschaft aktiv einbringt, ist willkommen. Das gilt auch für die Integration von Flüchtlingen, die große gesellschaftliche Herausforderung unserer Tage.

Ausstellung im Stadtmuseum

Unter dem Titel „700 Jahre soziale Stadt“ findet derzeit eine Ausstellung zum St. Sebastianus-Jubiläum im Stadtmuseum in Düsseldorf statt. Bei der Eröffnung hob die Direktorin des Museums Dr. Susanne Anna hervor, wie bedeutend es für die Stadt sei, dass sich ein im 14. Jahrhundert gegründeter Verein bis heute dem karitativen Wirken verschreibe. Schon zur Gründungszeit sei die „Gruppe dominant und stadtprägend“ gewesen. Zur Diskussion um das Gründungsdatum sagte der 1. Chef der Schützen, Lothar Inden, unter Applaus: „Solange kein Beweis für ein späteres Gründungsdatum vorgelegt wird, bleibt es dabei: Wir waren, sind und bleiben wir der Verein von 1316.“ Entgegen seiner Zusage ließ sich OB Thomas Geisel nach Beginn der Veranstaltung, die das Tambourkorps unter Werner Bendels begleitete, entschuldigen. Dr. Susanne Anna: „Dringende Verwaltungsklausur“.

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Warum sich NRW gegenüber Bayern nicht verstecken muss

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besucht das ESA/EAC und DLR in Köln

Autor: Christian Dick

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Foto: Gruppenfoto: Begrüßung beim European Astronaut Centre (ESA/EAC), v.l.n.r.:  Frank De Winne, Leiter des EAC, Belgischer ESA-Astronaut, erster European ISS Commander; der Martin Dörmann, SPD-Bundestagsabgeordneter für Wahlkreis Köln I und Sprecher für Kultur und Medien der SPD-Bundestagsfraktion, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Dr. Alexander Gerst, Deutscher ESA-Astronaut, Klaus Hamacher, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes des DLR

In Sachen Forschung und Wissenschaft ist Nordrhein-Westfalen überaus erfolgreich. Die NRW-Landesregierung fördert dies nachhaltig und das Herzblut von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hängt ganz besonders an diesem für die Zukunftsfähigkeit des Bundeslandes so wichtigen Themenfeld. Die Affinität von Hannelore Kraft zur Wissenschaft rührt nicht zuletzt daher, dass sie von November 2002 bis Juni 2005 Ministerin für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen war. Auch ihre frühere berufliche Tätigkeit als Projektleiterin bei der Beratungsgesellschaft Zentrum für Innovation und Technik (ZENIT GmbH) in Mülheim hat sie in dieser Hinsicht geprägt. Die Hochschulen Nordrhein-Westfalens genießen eine hervorragende Reputation in Sachen Forschung. Dies wird durch die erfolgreiche Bilanz der Auszeichnungen der Hochschulen in diesem Bundesland eindrucksvoll bestätigt. Zwei Elite-Universitäten, zehn Exzellenzcluster und fünf Graduiertenschulen – damit steht Nordrhein-Westfalen in der zweiten und letzten Phase der Exzellenzinitiative überaus erfolgreich da. Im Vergleich zur ersten Phase der Exzellenzinitiative haben die NRW-Hochschulen ein Zukunftskonzept und drei Exzellenzcluster mehr eingeworben. Nachdem die RWTH Aachen ihren Elite-Status verteidigen konnte, darf sich nun auch die Universität Köln als Elite-Universität bezeichnen.

In der zweiten Phase der Exzellenzinitiative haben sich darüber hinaus die Universitäten in Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Köln und Münster mit insgesamt zehn Exzellenzclustern und fünf Graduiertenschulen erfolgreich im bundesweiten Wettbewerb behauptet. Bis 2017 erhalten die genannten Universitäten infolgedessen rund eine halbe Milliarde Euro zusätzlich für Forschung und Nachwuchsförderung.

Am 4. Mai besuchte Hannelore Kraft  das European Astronaut Centre (ESA/EAC) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln. Dort hat man sich die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ganz groß auf die Fahnen geschrieben. So werden dort Master- und Ph.D.-Absolventen  sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten gegeben. Hannelore Kraft war von der Führung durch die ESA mit dem deutschen Astronaut Alexander Gerst stark beeindruckt. Besonders gerührt war Hannelore Kraft als ihr Alexander Gerst ein Emblem seiner letzten Mission, die „blue dot“ hieß, schenkte. Dieses Emblem hatte die beachtliche Strecke von 110 Millionen Kilometern zurückgelegt.

Alexander Gerst schenkt Hannelore Kraft das Emblem seiner letzten Mission_klein

Foto: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Alexander Gerst präsentieren das Emblem der letzten Mission Alexander Gerst (Aufnahme: Christian Dick)

Besonders hervorzuheben ist schließlich das neue Projekt „LUNA European Exploration LAB“. Das Europäische Astronautenzentrum und das DLR arbeiten an einem Mondanalog, um Technologien und Verfahren zur Exploration der Mondoberfläche zu entwickeln und zu testen. In einem ersten Schritt entstehen gegenwärtig 1000 m2 simulierte Mondoberfläche unter einem Halbkugeldom. Der SPD-Vorsitzende und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel machte für diesen Bau am 6. Mai den ersten Spatenstich.

Filed by Christian Dick at Mai 8th, 2016 under Wissenschaft - Forschung
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Mai 3, 2016

Wuppertal Institut ist weltweit Vorreiter im Umweltschutz

 

Bildmitte_Svenja Schulze_Andreas Mucke_Prof. Dr. Uwe Schneidewind_kleinFoto: Hoch hinaus auf einer Schwebebühne ging es für den Wuppertaler Oberbürgermeister Andreas Mucke, NRW-Wissenschaftsminister Svenja Schulze und der Präsident und wissenschaftliche Geschäftsführer des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH Professor Dr. Uwe Schneidewind (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Prof. Dr. Uwe Schneidewind_klein

Foto: Professor Dr. Uwe Schneidwind, der Präsident des Wuppertal Institut (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

In Wuppertal werden in Sachen Umwelt- und Klimaschutz internationale Standards gesetzt. Das Wuppertal Institut ist ein Beleg für die Stärke des Wissenschafts- und Forschungsstandorts Nordrhein-Westfalen. Dies ist ein Pfund, mit dem Nordrhein-Westfalen wuchern kann. Es braucht daher den Vergleich mit Bayern keineswegs zu scheuen.

Vor 25 Jahren hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie am Döppersberg in unmittelbarer Nähe des Wuppertaler Hauptbahnhofs seine Arbeit aufgenommen. Dieses Jubiläum hat das Institut zum Anlass genommen, im April 2016 ein neues  Corporate Design und ein neues Instituts-Logo vorzustellen, wodurch die Transformationsorientierung des Wuppertal Institutes noch stärker zur Geltung gebracht werden soll. Das Institut hat auf seinem Logo jetzt nur noch „Wuppertal Institut“ stehen. Auf der Internetseite des Instituts steht „Wissen für den Wandel“ und weiter heißt es hier „Die Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft ist ein offener Suchprozess. Wissenschaft und Bildung sind dafür zentral.“ Der Begriff der Nachhaltigkeit hat durch die UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC), die im Rahmen der  3. Vertragsstaaten-Konferenz am 11. Dezember 1997 mit dem Kyoto-Protokoll besiegelt wurde, das erstmals rechtsverbindliche Begrenzungs- und Verringerungsverpflichtungen für die Industrieländer festgelegt hat, einen besonderen Bedeutungsschub bekommen.

Das neue Logo an der Fassade des Wuppertal Instituts wurde am 4. April 2016 in Anwesenheit von NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke feierlich enthüllt.  Mit der Logo-Enthüllung wurde zeitgleich das Jubiläumsjahr des Instituts unter dem Motto „Welcome to Wuppertal – Making Utopia possible“ eingeläutet, das in der Woche vom 5. bis 9. September seinen Höhepunkt haben wird.

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Foto: Enthüllung des neue Logo des Wuppertal Institut (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

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Foto: So sieht das neue Logo des Wuppertal Institut aus. (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Bedeutender Impulsgeber für die nationale und internationale Wissenschaftslandschaft im Klima-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich

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Foto: NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (Aufnahme, copyright; Christian Dick)

In Ihrem Festvortrag erklärte NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze: „Wer sich in der Wissenschaftswelt von Nordrhein-Westfalen bewegt, der stößt früher oder später unweigerlich auf die Spuren unseres ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau. Auf die zahlreichen Fachhochschulen zum Beispiel, auf die Fernuniversität in Hagen oder aber auf das Wuppertal Institut. Das Wirken von Johannes Rau prägt die Wissenschafts- und Forschungslandschaft unseres Bundeslandes bis heute. Und Institutionen wie das Wuppertal Institut sind ein Beleg für seine besondere Weitsicht.

„Welcome to Wuppertal – Making Utopia possible“ – der Titel des Jubiläumsjahres könnte treffender kaum sein. Wenn Johannes Rau nicht schon früh daran geglaubt hätte, dass mehr Bildungsgerechtigkeit möglich und die Gründung der Fernuniversität Hagen und der Fachhochschulen ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist, dann würde unserem Bildungssystem heute ein wichtiger Teil fehlen.

Ähnlich verhält es sich auch mit der Gründung des Wuppertal Instituts. Wer vor 25 Jahren von transformativer Wissenschaft gesprochen hat, wer zu dieser Zeit den Gedanken der Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen verankern wollte, der wird nicht selten ungläubige Blicke geerntet haben. Kaum verwunderlich, schließlich war 1991 ein Jahr großer politischer Umwälzungen. Das Ende des Kalten Krieges und die deutsche Wiedervereinigung veränderten die Welt. Und dennoch haben kluge Leute damals erkannt, dass die Zeit reif ist für eine Einrichtung wie das Wuppertal Institut. Schließlich rückte mehr und mehr auch der Klimawandel als globale Herausforderung in das Bewusstsein der Menschen.

Entwickelt hat sich daraus bis heute ein bedeutender Impulsgeber für die nationale und internationale Wissenschaftslandschaft im Klima-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich. Dass diese Impulse aus Nordrhein-Westfalen kommen, verdankt unser Land auch Menschen wie Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker, der das Wuppertal Institut fast zwanzig Jahre lang geprägt hat, und Prof. Peter Hennicke, der das Institut von 2000 bis 2008 geleitet hat. Und das verdanken wir Ihnen, sehr geehrter Herr Prof. Schneidewind. Ihnen danke ich heute im Namen der Landesregierung stellvertretend für alle, die sich in den vergangenen 25 Jahren um die Arbeit des Wuppertal Instituts verdient gemacht haben.“

Das Wuppertal bietet insbesondere eine Fülle an interessant Informationen und wissenschaftlichen Publikationen. Weiterführende Informationen über das Wuppertal Institut sind auf folgender Internetseite zu finden: http://wupperinst.org/

Filed by Christian Dick at Mai 3rd, 2016 under Wissenschaft - Forschung
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April 30, 2016

Ein Kleinod auf dem Dach der Bundeskunsthalle in Bonn

Autor: Christian Dick

FÜRST PÜCKLER: DER GARTENKÜNSTLER UND SEINE PARKOMANIE

14. Mai bis 18. September 2016

Bundeskunsthalle in Bonn zeigt Ausstellung über die faszinierenden

Gartenlandschaften des Fürsten Pückler

Begehbarer Gartenreich auf dem Dach mit Tausenden von Pflanzen und knapp 70 Bäumen

 

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Fotos: Impressionen vom Fürst Pückler-Dachgarten auf dem Dach der Bundeskunsthalle in Bonn (Aufnahmen, copyright: Christian Dick)

Auf dem Dach der Bundeskunsthalle kann man von Mitte Mai bis Mitte September einfach nur die Seele baumeln lassen. Außerdem kann man sich durch das Flair des im Stil von Fürst Pückler gestalteten Dachgartens dank der Zitronenbäume ein bisschen wie in wie in mediterranen Gefilden fühlen. Und, nicht zuletzt, kann man sich dabei sehr wertvolle Anregungen für die Gestaltung des eigenen Gartens holen.

Ein genialer Gartenkünstler wird wiederentdeckt: Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871), eine der schillerndsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Seine nach englischem Vorbild angelegten Landschaftsparks in Bad Muskau/Leknica (UNESCO Weltkulturerbe), Babelsberg und Branitz zählen zu den Höhepunkten europäischer Landschaftsgestaltung im 19. Jahrhundert. Diesen drei bedeutendsten Gartenanlagen des Fürsten und den damit verbundenen innovativen Ideen widmet die Bundeskunsthalle Bonn vom 14. Mai bis 18. September 2016 die Ausstellung „PARKOMANIE. Die Gartenlandschaften des Fürsten Pückler“.

Pückler begriff den Garten, wie er es selbst formulierte, als eine „begehbare Bildergalerie“, in der alle paar Schritte eine zum Kunstwerk idealisierte Natur immer wieder Überraschendes bot. Nach dieser Überzeugung gestaltete er ganze Landschaftsräume in höchster Perfektion neu – mit ausgeklügelten Wasser- und Wegesystemen, mit Blickachsen und Aussichtspunkten. Er leitete Flüsse um, ließ Bäume mit eigens entwickelten Maschinen versetzen, schüttete Hügel auf oder setzte lebende Personen als Dekoration in seine Gärten. Ideell und praktisch wurde er unterstützt von seiner Ehefrau Lucie. Beide teilten die Leidenschaft für die Gartenkunst, die sie teilweise bis an den Rand des finanziellen Ruins trieb. Ausgedehnte Reisen, u.a. nach England und in den Orient, dienten ihm nicht nur

als Inspiration für seine eigene Lebensinszenierung, sondern machten ihn auch zum Mittler zwischen den Kulturen. Der gartenbegeisterte Pückler brachte Ideen und Pflanzen mit und prägte durch seine Reiseerzählungen auch das deutsche Orientbild.

Die korrespondierende Ausstellung versammelt rund 250 Exponate aus ca. 30 namhaften Museen und Stiftungen, darunter die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, die Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“ und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Zu sehen sind bedeutenden Zeugnisse der Pücklerschen Gartenkunst, etwa Originalpläne seiner Gärten, historische Fotografien und Veduten sowie Exponate aus dem bewegten Leben des Fürsten.

Die Erstausgabe von Pücklers Werk „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei“ ist ebenfalls ausgestellt. Das Buch dokumentiert eindrucksvoll die Kreativität und den Einfallsreichtum des Gartenkünstlers, wenn er unter anderem in einfachen Zeichnungen einen idealen See, einen perfekten Flussverlauf oder eine Wegeführung entwirft und daneben das Negativbeispiel aufzeigt. Zudem thematisiert die Schau die Auseinandersetzung Pücklers mit seinem Rivalen, dem Gartenkünstler Peter Joseph Lenné.

Als Höhepunkt im doppelten Sinn und als Hommage an den Fürsten wird ein begehbares Gartenreich auf dem Dach der Bundeskunsthalle angelegt: In der eigens nach den Pücklerschen Gestaltungsprinzipien inszenierten Gartenlandschaft erwartet die Besucherinnen und Besucher ein besonderes Gartenerlebnis – sie können inmitten von kunstvoll angelegten Baumgruppen, darunter Blutbuchen, Eichen, Espen und Robinien flanieren und sich in der ersten Blühperiode an einem Blumenmeer aus 42.000 Frühblühern, wie verschiedene Tulpensorten und Narzissen erfreuen. Für das temporäre Gartenreich wird ebenfalls ein Wasserbassin nach den Vorbildern des Fürsten geformt und typische wie originelle Elemente aus den Parks integriert. Eine Nachbildung des Muskauer Rosary im „Pleasureground“, einem gartenkünstlerisch besonders fein gestalteten Gartenabschnitt im Übergang zwischen Haus und Park, wird ebenso zu finden sein wie eine Rosenlaube mit der Büste der weltberühmten Sopranistin Henriette Sontag oder die von glasierten Ziegeln umrandeten „Törtchenbeete“, die die Pücklerschen Gärten schmücken.

Rahmenprogramm zur Ausstellung

Quizbar im FAZ-Café/Infopunkt, Hauptgebäude der Uni Bonn

Dienstag, 17. Mai 2016, 19 Uhr

QUIZBAR

Ein Quizchen Spass muss sein

Auf den Spuren des exzentrischen Lebemanns und passionierten Weltreisenden  Pückler erwartet Sie ein fürstlicher Trip von Branitz über Babelsberg nach Kairo und Konstantinopel. Natürlich Erster Klasse, mit Schampus und Senf an der Decke und dem Knigge für rauschende Feste in gehobener Gesellschaft stets in der Fracktasche. Wenn Sie jederzeit stilsicher auftreten, egal ob bei Staatsempfängen, beim Kamelritt oder beim Wasserlassen auf dem Expo- Gelände in Hannover, Sie sich in der Weltgeschichte ebenso gut auskennen wie in Ihrem Garten und die fünf Etappen dieser Abenteuerreise aus Fragen, Bilder- und Soundrätseln besser meistern als der spanische König einst die Elefantenjagd in Botswana, haben Sie gute Chancen, am Ende dieses Abends mal ordentlich die Korken knallen zu lassen. Lassen Sie also Reiseführer, Atlanten und Lexika zu Hause und bringen Sie stattdessen ein dickes Tagebuch mit ins FAZ-Café. Nach dieser Expedition werden Sie einiges zu erzählen haben. 5 € / frei für Studierende mit Ausweis (Abendkasse) Moderation: Darren Grundorf und Tom Zimmermann (Aalhaus-Quiz/ Kultur- Quiz der Körber-Stiftung Hamburg) In Kooperation mit Universität Bonn litterarium Nach einer Idee der Körber-Stiftung Hamburg

Themenführung in Ausstellung und Garten

Samstag, 21. Mai 2016, 16–18 Uhr

Samstag, 2. Juli 2016, 16–18 Uhr

Samstag, 20. August 2016, 16–18 Uhr

Samstag, 2. September 2016, 16–18 Uhr

THEMENFÜHRUNG

Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau.

Andeutungen über Landschaftsgärtnerei

Andeutungen über Landschaftsgärtnerei ist der Titel eines reich illustrierten Buches von Hermann Fürst von Pückler-Muskau, das 1834 bei Hallberger in Stuttgart erschien. Es verbindet die Beschreibung der Landschaftsgärtnerei des Fürsten mit der praktischen Umsetzung in Muskau. Mit diesem Buch brachte Pückler seine Intentionen der Landschaftsgestaltung einem breiteren Publikum nahe. Es wurde eines der erfolgreichsten und prägendsten Fachbücher zur Landschaftsgestaltung des 19. Jahrhunderts und gilt laut Adrian von Buttlar als das „letzte berühmte Werk der Gartenliteratur“.

Frei buchbar: 240 €, inkl. Eintritt in die Ausstellung und den Garten,

Gruppengröße: max. 25 Personen

Weiterführende Informationen zur Bundeskunsthalle sind unter folgender Internetadresse abrufbar:

http://www.bundeskunsthalle.de/index.html

Filed by Christian Dick at April 30th, 2016 under Kultur
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