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April 14, 2017

Herausragende Cranach-Ausstellung in Düsseldorf im Reformationsjahr 2017

Die aktuelle Ausstellung im Düsseldorfer Museum Kunstpalast „Cranach. Meister – Marke – Moderne“ kann mit Fug und Recht als eine Jahrhundert-Ausstellung bezeichnet werden. Nicht nur an Oster sind diese äußerst imposanten Gemälde einen Besuch wert. Bis zum 30. Juli 2017 dauert diese Ausstellung.

Das MUSEUM KUNSTPALAST zeigt in dieser spektakulären Ausstellung bis dato noch niemals öffentlich ausgestellte Cranach-Werke aus Privatsammlungen, wie zum Beispiel ein Bildnis Martin Luthers (um 1532), „Lucretia“ (1537) oder „Alter Mann von Kurtisanen betört(?)“ (1537), selten gezeigte Tafelbilder wie das lange verschollene Tafelbild „Madonna mit Kind“ (um 1510) aus Breslau oder das selten ausgeliehene Tafelbild „Venus und Cupido“ (1509) aus der Eremitage, St. Petersburg, aber auch erstmals in Deutschland präsentierte sowie jüngst restaurierte Werke und eine Neuzuschreibung machen die Düsseldorfer Cranach-Schau auch für Kenner des Altmeisters zu einem besonderen Seh-Erlebnis. Aus dem eigenen Bestand des Museum Kunstpalast werden zwei Gemälde auf Holz, „Ungleiches Paar“ (um 1530), „Christus am Ölberg“ (um 1540), und neun Druckgrafiken Cranachs sowie vier weitere von Albrecht Dürer in der Ausstellung gezeigt.

Freund Martin Luthers

Lucas Cranach der Ältere (1472-1553) zählt zu den bedeutendsten Malern der Deutschen Renaissance, war ein enger Freund Martin Luthers und beeinflusste Künstler über Jahrhunderte. Als einer der Höhepunkte im Reformationsjahr 2017 widmet das Museum Kunstpalast in Düsseldorf dem berühmten Wittenberger Maler vom 8. April bis 30. Juli die groß angelegte Werkschau Cranach. Meister – Marke – Moderne. Die Ausstellung nimmt Cranach den Älteren in seiner Gesamtheit und Modernität in den Blick und beleuchtet neben seinen Erfolgsstrategien den Einfluss des herausragenden Künstlers bis in die Kunst der Moderne und Gegenwart.

Neueste Forschungsergebnisse offenbaren bislang unbekannte Seiten dieses Ausnahmekünstlers.

Rund 200 Werke aus internationalen Museen und Sammlungen, darunter das Metropolitan Museum of Art in New York, die National Gallery in London, das Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, das Museum der Bildenden Künste in Budapest sowie das Nationalmuseum Stockholm, werden zum Höhepunkt der Lutherdekade 2017 in der Düsseldorfer Ausstellung zusammengeführt. Zu sehen sind hochkarätige Exponate wie die lebensgroße „Venus“ aus der Eremitage in St. Petersburg, „Christus und die Ehebrecherin“ aus Budapest und der sogenannte Prager Altar, dessen erhaltene Fragmente für die Laufzeit der großen Schau in Düsseldorf vereint werden. Weitere bedeutende Tafelbilder, Zeichnungen und Drucke dokumentieren die maßgebliche Rolle Cranachs bei der Verbreitung der Reformation und sein geschicktes Agieren im Dienste der bedeutendsten fürstlichen Auftraggeber des 16. Jahrhunderts. In Gegenüberstellung mit Werken von Albrecht Dürer, Jacopo de´ Barbari oder Lorenzo Costa d. Ä. dem Älteren untersucht die Ausstellung Cranachs Position im Netzwerk der Künstler seiner Zeit.

Starker Einfluss bis in die Gegenwart

Die Ausstellung folgt den Spuren Cranachs bis in die Kunst der Gegenwart und Moderne.

Arbeiten u. a. von Pablo Picasso, Marcel Duchamp, Alberto Giacometti, Otto Dix, Andy Warhol oder Martial Raysse zeigen, welchen Einfluss Cranachs Bildsprache auf führende Wegbereiter der Moderne ausgeübt hat.

Neueste kunsttechnologische Forschungen und Archivrecherchen geben faszinierende Einblicke in die tägliche Praxis des produktivsten deutschen Malers im 16. Jahrhundert. Cranachs Gemälde zeugen von einem immensen Spektrum innovativer Bildlösungen und völlig neuartiger Bildthemen, die der enge Weggefährte Martin Luthers im Spannungsfeld unterschiedlicher Glaubensvorstellungen entwickelte und die sich innerhalb kürzester Zeit über den europäischen Kontinent verbreiteten.

Die Ausstellung nimmt den Besucher mit auf eine Zeitreise in die florierende Werkstatt des Malers und gibt spannende Einblicke in die künstlerischen Prozesse bei der Entstehung der Gemälde: Dank modernster Technik werden unter der Malschicht verborgene Unterzeichnungen erstmals für die Besucher erschlossen. Sie geben unter anderem Auskunft über den enormen Reichtum an verwendeten Malmaterialien und die effiziente Arbeitsweise des Künstlers.

So entwickelte Cranach verschiedene Verfahren zur Ökonomisierung und Optimierung der Malprozesse, um seine Bilder in hoher Qualität und großer Anzahl produzieren zu können.

Ein kurzer Einführungsfilm empfängt die Besucher der Ausstellung, die sich wie folgt gliedert:

Cranach in Wien

Der neue Hofkünstler des Kurfürsten

Künstlerischer Austausch und Wettstreit

Bildnisse von Bürgern und Fürsten

Andacht und Verehrung

Augenweide und Belehrung

Reformation – Bilder des neuen Glaubens

Die Werkstatt des Malers

Cranach und die Moderne

 

Entstehung der Ausstellung

Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Köln und dem CRANACH DIGITAL ARCHIVE (siehe: www.lucascranach.org). Das Cranach Digital Archive ist das einzigartige, vom Museum Kunstpalast und der Technischen Hochschule Köln in Kooperation mit anderen Partnern initiierte und von der Andrew W. Mellon Foundation geförderte Forschungsprojekt, das sich seit 2009 der Erforschung des weltweit verstreuten Cranach-OEuvres widmet. Begleitet wird die Schau von einem hochkarätig besetzten wissenschaftlichen Beirat.

Ein kostenloser Audioguide, verschiedene Medienstationen und ein vielfältiges museumspädagogisches Begleitprogramm lassen die Zeit des großen Wittenberger Malers für die Besucher lebendig werden.

Ein umfangreicher Katalog zu Cranach. Meister – Marke – Moderne, herausgegeben von Gunnar Heydenreich, Daniel Görres und Beat Wismer erscheint im Hirmer Verlag. Er umfasst 340 Seiten und ca. 320 Farbabbildungen.

KURATOREN

Die Kuratoren der Ausstellung sind die Wissenschaftler des Cranach Digital Archive, Daniel Görres und Prof. Dr. Gunnar Heydenreich, Technische Hochschule Köln, sowie Beat Wismer, Generaldirektor Museum Kunstpalast.

WISSENSCHAFTLICHER BEIRAT

Dr. Bodo Brinkmann (Kunstmuseum Basel), Dr. Susan Foister (The National Gallery London), Dr. Daniel Hess (Germanisches Nationalmuseum Nürnberg), Prof. Dr. Thomas Kaufmann (Universität Göttingen), Prof. Dr. Dieter Koepplin (Basel), Dr. Guido Messling (Kunsthistorisches Museum Wien), Dr. Matthias Weniger (Bayerisches Nationalmuseum München)

In die Tiefe gehende Informationen über die Ausstellung sind unter folgender Internetadresse zu finden: www.cranach2017.de

Highlights der Ausstellung 

Lange verschollenes Gemälde in der Düsseldorfer Cranach-Schau: Madonna mit Kind, um 1510, Malerei auf Holz, Erzdiözesanmuseum Breslau

Bislang ist bekannt, dass die Bildtafel, nachdem sie im Zweiten Weltkrieg ausgelagert war, wohl im Jahr 1947 auf Initiative eines Geistlichen im Dom von Breslau durch eine Kopie ersetzt und nach Deutschland ausgeführt wurde. Abseits der öffentlichen Wahrnehmung wechselte das Gemälde in den folgenden Jahrzehnten mehrfach seinen Standort innerhalb Europas und konnte erst 2012 nach langer Odyssee von der Schweizer römisch-katholischen Kirche an die Erzdiözese Breslau restituiert werden. Die Tafel ist seit dem im Museum der Erzdiözese Breslau ausgestellt, das nun erstmals einer Leihanfrage des Tafelgemäldes zugestimmt hat. Das Gemälde, fälschlicherweise oft „Madonna unter den Tannen“ genannt, zeigt die innige Beziehung zwischen Maria und dem Jesuskind vor einer weiten, nordeuropäisch anmutenden Landschaft. In seiner feinmalerischen Brillanz und einfühlsamen Schilderung von Mutter und Kind zeigt es den Wittenberger Maler Lucas Cranach den Älteren auf der Höhe seines Schaffens. Als einziges unter seinen bekannten Werken signiert er diese besondere Tafel mit der Darstellung seines eigenen Siegelrings, der das berühmte schlangenförmige Cranach-Signet zeigt.

© Muzeum Archidiecezjalne we Wroclaw, Foto: Muzeum Archidiecezjalne we Wroclaw

Lucas Cranach d. Ä., Seelbstbildnis, 1531, Generaldirektion KKulturelles Erbe

Rheinland-Pfalz – Direktionn Burgen, Schlösser, Altertümer – Schlo oss Stolzenfels

Das 1531 gefertigte Tafelbild ist das einzige erhaltene autonome Künstlerbildnis Lucas Cranachs und nimmt damit eine herausragende Stellung im Werk des s Malers ein. Nur schemenhaft zeichnet sich das pelzbesetzte Gewand des Malers gegen den braunen Bildhintergrund ab, einzig das Inkarnat des Gesichts, gerahmt vom braunen Haar und dem ergrauenden Bart, sticht heraus und lässt d den direkten Blick auf den Betrachter umso eindringlicher r wirken. Untersuchungen der Bildtafel konnten bestätigen, dass Cranach das

Bild von Anfang an als Selbstbildnis geplant hatte. Die reduzierte Farbigkeit dieses Bildnisses zusammen mit dem melancholischen Blick des Malers weisen das Werk als beeindruckendes Zeugnis künstlerischer Selbstbefragung aus.

© Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz – Direktion Burgen, Schlösser, Altertümer –

Schloss Stolzenfels/ Foto: GDKE

Lucas Cranach d. Ä., Adam m und Eva, um 1510, Muzeum Narodowe e w Warszawie /

Nationalmuseum Warschau u

Besonders in seinen frühen Jahren als Hofmaler in Wittenberg scheint Lucas Cranach der Ältere den künstlerischen Wettstreit mit anderen europäischen Malern gesucht zu haben. Dies zeigt sich besonders s an dem Einfluss, den die Adam und Eva-Darstellungen Albrecht Dürers auf Cranach hatten. Eine der frühesten und bedeutendsten Darstellungen dieses Sujets im Werk Lucas Cranachs ist das Gemälde aus dem Warschauer Nationalmuseum, das in der Ausstellung neben weiteren Versionen dieses Themas gezeigt wird. Erst im Vergleich mit den n Arbeiten seiner Zeitgenossen offenbart sich die Besonderheit von Cranachs Bildlösung: Dargestellt ist der Moment und die innere Verfasstheit des Paares unmittelbar vor dem Sündenfall: Eva, in hellem Inkarnat, blickt den Betrachter an und hält den Apfel bereit, um im nächsten Moment hineinzubeißen. Pendant: Adam – in dunklerem Hautton hat den Kopf leicht erhoben und scheint ratsuchend nach oben zu blicken.

© Nationalmuseum, Warschau/ F

Lucas Cranach d. Ä., Kapselbildnis des Martin Luther / Kapselbildnis der Katharina von Bora, der Gattin Martin Luthers, 1525, Kunstmuseum Basel

Die Ausstellung richtet im Lutherjahr 2017 einen besonderen Blick auf Cranachs künstlerisches Wirken im Dienst der Reformation. In diesem Zusammenhang finden die Ehebildnisse von Martin Luther und Katherina von Bora besondere Beachtung. Indem Cranach das Paar in die Bildtradition des Ehebildnisses einreiht, verleiht er der nach altgläubiger Vorstellung illegitimen Ehe zwischen einem Mönch und einer Nonne eine Rechtfertigung mit den Mitteln der Kunst. Die Bildnisse im Rund stellen innerhalb der vielfältigen Produktion von Tafeln Cranachs und seiner Werkstatt eine Besonderheit dar, da sie nur über einen kurzen Zeitraum um die Mitte der 1520er Jahre im OEuvre des Malers nachweisbar sind.

© Kunstmuseum Basel, Geschenk von Prof. Johann Rudolf Thurneysen-Faesch 1762 / Foto: Martin P.

Bühler/ cda

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März 29, 2017

Festakt 60 Jahre Kölner Oper am Offenbachplatz

11.03.2017 Köln Staatenhaus Festakt 60 Jahre Kölner Oper Uschi Cöbler Dr. Karl Zieseniß im 103. Lebensjahr und Dr. Birgit Meyer Foto Andrea Matzker

Autor: Dr. Egon Schlesinger

Am 18. Mai 1957 wurde das damals von der Presse als „schönster Theaterbau Deutschlands“ gerühmte Opernensemble des Architekten Wilhelm Ripahn am Offenbachplatz feierlich eröffnet. Am 19. fand die Premiere des Oberon statt, und im Juli des gleichen Jahres gab die Mailänder Scala ein Gastspiel mit Maria Callas in der Titelrolle der Sonnambula von Vincenzo Bellini. Ehrengast beim Festakt zum 60jährigen Jubiläum im Interimsquartier Staatenhaus war Dr. Karl Zieseniß, heute im 103. Lebensjahr, und damals Verwaltungsdirektor der Bühnen der Stadt Köln. Er war es auch, der Maria Callas vom Bahnhof mit einem großen Blumenstrauß abgeholt hatte. In einer launigen Rede schilderte er plastisch, dass das damalige Haus punkt- und zeitgerecht, wenn auch nicht so ganz vollendet, eröffnet werden konnte. Die Intendanz schlug jeden Abend drei Kreuze, wenn der Vorhang aufging, „mit oder ohne Pfusch“. Das Haus wurde damals im Volksmund auch als „Grabmal des unbekannten Intendanten“ bezeichnet. Dr. Zieseniß beendete seine Ansprache in Anspielung auf die stark verzögerte Wiedereröffnung des Hauses mit Blick auf die Intendantin: „Ich hoffe, dass Sie auch möglichst bald einziehen, denn ich möchte es gerne erleben und es nicht „vom Himmelspötzche“ („von der Himmelspforte“ auf Hochdeutsch) aus ansehen!“ Intendantin Dr. Birgit Meyer widmete den Festakt ausdrücklich dem für Köln und seine Nachkriegszeit so wegweisenden Architekten und Erbauer des Hauses Wilhelm Ripahn und zugleich dem kürzlich verstorbenen Opernsänger Kurt Moll, der im Alter von 20 Jahren am Kölner Opernhaus zu Beginn seiner Weltkarriere debütiert hatte. In einem Filmbeitrag wurde auch der damalige Kölner Oberstadtdirektor Max Adenauer eingespielt, der von dem Entwurf und der Realisierung Wilhelm Ripahns von Anfang an überzeugt gewesen war. Köln verdankt Ripahn einige der eindrucksvollsten Stadtteile, Gebäude und Wohnhäuser der Nachkriegszeit. Er selbst sei in die von ihm entworfene Bastei am Rhein geradezu verliebt gewesen und trug sein Leben lang ein Foto von ihr in seinem Portemonnaie. Er war kein so genannter Betonkopf, und Adenauer vertraute ihm komplett bezüglich des Opernbaus: „Bau dat Ding, aber mach’ et schön!“ (auf Hochdeutsch: „Bau das Ding, aber mache es schön!“) Die Vertreterin der Stadt betonte die Bedeutung der Kölner Oper am Offenbachplatz für die kulturelle Identität der Stadt und erinnerte an den Vater von Jacques Offenbach, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Kantor in der vormals dort angesiedelten Synagoge tätig war. Sie gratulierte allen Mitarbeitern des Hauses und wünschte der Intendantin weiterhin viel Erfolg bei der Führung durch das Interim.

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März 24, 2017

Immergrüner Evergreen

Foto: Peter Millowitsch und Heidi Mahler (Aufnahme, copyright; Christian Dick)

Autoren: Christian Dick und Ralf Roeb

Tratsch im Treppenhaus – es handelt sich hier um eine alternative Gewissenserforschung, die sehr in die Fastenzeit passt. Dem Vernehmen waren bei der Premiere in der Düsseldorfer Komödie in der Steinstraße am 22. März 2017 auch Priester im Publikum, um sich über die Untiefen der menschlichen Seele zu informieren, denn in Ermangelung der eigentlich üblichen Beichtgespräche ist ein Priester nun auf andere Erfahrungshintergründe angewiesen. Eines der 10 Gebote heißt „Du sollst kein falsches Zeugnis geben“. Der aus der Bibel bekannte Pilatus sucht nach einer Antwort die Frage „Was ist Wahrheit?“ und er weiß, dass es zumindest im Treppenhaus alternative Fakten gibt. Vermutlich handelt es sich also um ein Lieblingsstück des amtierenden US-Präsidenten.

Die Komödie „Tratsch im Treppenhaus“ ist ein legendärer Erfolg des Hamburger Ohnsorg-Theaters und ist aus dem Boulevardtheater nicht mehr wegzudenken. Die Uraufführung auf Plattdeutsch fand am 1. Januar 1962 statt. Infolge einer Fernsehausstrahlung in der ARD am Silvesterabend 1966 wurde das Stück bundesweit zu einem großen Erfolg.

Die Premiere in Düsseldorf war wurde mit stehenden Ovationen bedacht. Heidi Mahler als war brillant in der Rolle der Meta Boldt, die dereinst ihre Mutter, die unvergessene Heidi Kabel, im Ohnsorg-Theater gespielt hat. Ihr Spielpartner auf der Bühne ist Peter Millowitsch. Auch er war in der Rolle des Miesepeters namens Ewald Brummer hervorragend.

Inhalt des Stücks

Meta Boldt „wacht“ über das Treppenhaus des Hauses, in dem sie wohnt; sie meint es besonders gut mit ihren Mitbewohnern und lässt sich deshalb nichts entgehen. So bleibt ihr auch nicht lange verborgen, dass Frau Knoop, die Nachbarin in der zweiten Etage, dargestellt von Birgit Brockmann, ein Zimmer untervermietet hat, was laut Mietvertrag strengstens verboten ist. Da muss man doch schleunigst den Hauswirt benachrichtigen und den anderen Nachbarn, den Steuerinspektor a. D. Brummer, den die laute Musik, die aus dem Zimmer der Untermieterin tönt, doch wirklich in der wohlverdienten Ruhestand stören muss. Meta Boldt erreicht zwar zunächst, dass Hauswirt und Nachbar sich empören und Frau Knoop in ihre Schranken weisen wollen, doch die junge Untermieterin verdreht den älteren Herren den Kopf und nimmt Ihnen so allen Wind aus den Segeln. Ihr allerdings verdreht der junge Mann den Kopf, der- auch gegen das strenge Verbot im leeren Zimmer bei dem Herrn Steuerinspektor a.D. Brummer eingezogen ist. So werden alle Karten neu gemischt: Die Untermieterin bekommt den Untermieter, Frau Knoop bekommt den Herrn Brummer und Frau Boldt, die das alles empörend findet, bekommt gehörig ihr Fett weg.

Anna Kretschmer spielt ihre Rolle der Untermieterin Heike Seefeld mit viel Charme, Fabian Goedecke besticht in der Rolle des jungen Untermieters Dieter Brummer mit vielen kessen Sprüchen. Und in der Rolle des biederen Hauswirts, der sich gerne als Schürzenjäger gibt, ist Jürgen Goldkamp ausgezeichnet. Rolf Berg macht ebenfalls eine sehr gute Figur als zunächst strenger, aber später wandlungsfähiger Vater der Untermieterin.

Dieses Stück sollte man nicht verpassen.

Darsteller

Frau Boldt Heidi Mahler

Herr Brummer Peter Millowitsch

Frau Knoop Birgit Bockmann

Schlachtermeister Tramsen Jürgen Goldkamp

Dieter Brummer Fabian Goedecke

Heike Seefeld Anna Kretschmer

Herr Seefeld Rolf Berg

Regie Michael Koch

Weitere Informationen sind unter folgender Internet-Adresse zu finden: www.komoedie-steinstrasse.de

Filed by Christian Dick at März 24th, 2017 under Kultur
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Herzlichen Glückwunsch Martin Walser!

Foto: Martin Walser (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Am 24. März 2017 feiert einer der meist diskutierten deutschen Schriftsteller Martin Walser seinen 90. Geburtstag. Geboren wurde er in Wasserburg am Bodensee. Ans Aufhören denkt er indes noch nicht, immer hat dieser kritische Zeitgeist viele Ideen im Kopf, die Stoff für neue Romane bieten. Sein im Jahre 2016 erschienener Roman „Ein sterbender Mann“ ist spannend und fesselnd, dass er den Leser nicht mehr loslässt. Im Mittelpunkt steht ein Mann, der sich das Leben nehmen möchte. Kurz vor seinem Tod will er allerdings noch einmal richtig leben. Walser schildert die Gefühlswelt dieses Mannes in einer äußerst bildhaften Sprache, so dass sich der Leser sehr gut in die Hauptfigur hineinversetzen kann. Das Buch rüttelt auf, wie alle Werke von Martin Walser ist dieser keineswegs leicht verdaulich und fordert den Leser zum aktiven Nach- und Mitdenken auf. Dieser Roman ist in jedem Fall sehr lesenswert.

Inhalt des Buches

Theo Schadt, 72, Firmenchef und auch als „Nebenherschreiber“ erfolgreich, wird verraten. Verraten ausgerechnet von dem Menschen, der ihn nie hätte verraten dürfen: Carlos Kroll, seinem engsten und einzigen Freund seit 19 Jahren, einem Dichter. Beruflich ruiniert, sitzt Theo Schadt jetzt an der Kasse des Tangoladens seiner Ehefrau, in der Schellingstraße in München. Und weil er glaubt, er könne nicht mehr leben, wenn das, was ihm passiert ist, menschenmöglich ist, hat er sich in einem Online-Suizid-Forum angemeldet. Da schreibt man hin, was einem geschehen ist, und kriegt von Menschen Antwort, die Ähnliches erfahren haben. Das gemeinsame Thema: der Freitod.

Eines Tages, er wieder an der Kasse, löst eine Kundin bei ihm eine Lichtexplosion aus. Seine Ehefrau glaubt, es sei ein Schlaganfall, aber es waren die Augen dieser Kundin, ihr Blick. Sobald er seine Augen schließt, starrt er in eine Lichtflut, darin sie. Ihre Adresse ist in der Kartei, also schreibt er ihr – jede E-Mail der Hauch einer Weiterlebensillusion. Und nach achtunddreißig Ehejahren zieht er zu Hause aus. Sitte, Anstand, Moral, das gilt ihm nun nichts mehr. Doch dann muss er erfahren, dass sie mit dem, der ihn verraten hat, in einer offenen Beziehung lebt. Ist sein Leben „eine verlorene, nicht zu gewinnende Partie“?

 

Autor   Martin Walser

Verlag Rowohlt, 2016

ISBN   3498073885, 9783498073886

286 Seiten

Preis: 19,95 EUR

Weiterhin sind anlässlich des 90. Geburtstags von Martin Walser seine beiden Roman „Ein liebender Mann“ und „Ein sterbender Mann“ im Rowohlt Verlag in einem Band erschienen. In dem Roman „Ein liebender Mann“ führt der Autor Goethes letzte Liebe vor Augen. Der Roman „Ein sterbender Mann“, in dem es um Verrat geht, ist ein Gegenstück hierzu.

Autor Martin Walser

Ein liebender Mann/Ein sterbender Mann

Verlag Rowohlt, Sonderausgabe März 2017

ISBN 978-3-498-07390-9

Preis: 20,00 EUR

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März 22, 2017

Marken Awards verliehen

Autor: Christian Dick

Am 14. März 2017 wurde im Düsseldorfer Capitol Theater der 17. Deutscher Marken-Award verliehen.

Beim Marken Award trifft sich in Düsseldorf jedes Jahr das Who is Who der deutschen Marketing-Branche. In diesem Jahr waren wieder 1000 Gäste anwesend. ZDF-Moderator Ingo Nommsen, bekannt durch die Sendung „Volle Kanne“, führte souverän durch den Abend und wurde dabei durch den Chefredakteur der Zeitung absatzwirtschaft, Christian Thunig, unterstützt. Erstmalig wurde der Marken Award in diesem Jahr in vier statt in drei Kategorien verliehen. Ein Novum war die Kategorie „Beste Marken-Digitalsierung“, die dieses Jahr an ein Unternehmen ging, das im digitalen entstand und sich dann im stationären Handel positionierte: Bilou. Eine Marke von Youtuberin Bianca Heinicke, besser bekannt als BibisBeautyPalace.

Gewinner in der Kategorie „Bester Marken-Relaunch“ wurde das Unternehmen thyssenkrupp. In der Kategorie „Bestes Markenmomentum“ wurde die Tiefkühlmarke Frosta ausgezeichnet. In der Kategorie „Beste Marken-Dehnung“ machte der von Bonbons, Hustenbonbons, Halsbonbons Soldan/Em-eukal  das Rennen.

Foto: Barbara Schöneberger (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Foto: Bully Herbig (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Dieses Jahr gab sich die Prominenz beim Marken-Award die Klinke in die Hand: Zugegen waren Barbara Schöneberger, die als beste Markenpersönlichkeit 2016 ausgezeichnet wurde, Fechtolympia-Siegerin Britta Heidemann, BVB-CEO Hans-Joachim Watzke per Video, Opel-Vorstand Tina Müller, Comedian Bully Herbig und Kabarettist Florian Schröder.

Foto: Florian Schröder, Tina Müller, Mitglied des Vorstands der Adam Opel AG, Barbara Schöneberger und Ingo Nommsen (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

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März 16, 2017

Glück lässt sich nicht definieren

Autor: Christian Dick

Wenn man versucht, das Glück zu definieren, so wird man keine allgemeingültige Beschreibung finden. Das Glücksgefühl und das Glücksempfinden sind immer subjektiv. Versucht man das Glück zu definieren, so kann man es am Ende sogar kaputt machen. Ebenso kann man das Glück nicht festhalten. Über ihre verschiedenen Auffassungen des Lebensglücks philosophieren in der aktuellen Komödie „Glück“ im Düsseldorfer Theater an der Kö Barbary Wussow und Peter Bongartz. Das Stück stammt aus der Feder des französischen Autors Eric Assous. Die Inszenierung von Regisseur Michael Wedekind hat Charme und Esprit. Die Aufführung ist sehr sehenswert.

Inhalt

Der Reiz von zufälligen Bekanntschaften liegt darin, dass sich oft Menschen gegenseitig anziehen, die gar nicht zueinander passen: Louise und Alexandre treffen sich zufällig in einem Lokal und verbringen die Nacht miteinander. Louise ist Single, Alexandre steckt mitten in der Scheidung, sie hat keine Kinder, er hat drei Mädchen. Eine der wenigen Gemeinsamkeiten zwischen ihnen: Sie haben beide die Fünfzig bereits überschritten.

So treffen zwei unterschiedliche Vorstellungen von Glück aufeinander und führen zu einer heftigen Diskussion über die Voraussetzungen fürs Glücklichsein: Ist die Angst vor dem Alleinsein ein guter Ratgeber? Fördert die Reife des Alters die Toleranz oder doch eher die Kompromisslosigkeit? Wie weit kann man sich denn überhaupt noch ändern? Wirken frühere Beziehungen als Bereicherung oder als Handicap? Und überhaupt: Glaubt denn tatsächlich noch jemand an die „wahre Liebe“?

Auch in „Glück“ konfrontiert Eric Assous uns wieder mit Situationen von nahezu haarsträubender Banalität, doch er hat die Gabe, diese auf einem Tablett von massivem Silber zu servieren. Und wie bereits in „Achterbahn“ stürzt Assous seine Figuren in einen Strudel der Gefühle, der bald auch die Zuschauer mitreißt und sie entführt in ein heiteres Verwirrspiel um Recht und Unrecht, um Sympathiewerte und Überzeugungsarbeit.

Bis zum 23. April wird die Komödie „Glück“ aufgeführt. Weitere Informationen erhalten Sie unter der Internetadresse www.theateranderkoe.de .

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März 10, 2017

Wirtschaftspolitische Agenda für das Rheinland vorgestellt

Rheinische Industrie- und Handelskammern sehen akuten Handlungsbedarf

Erwartungen an die Metropolregion Rheinland formuliert

Köln, 7. März 2017. Das Rheinland ist ein starker Wirtschaftsstandort in Deutschland und Europa. Mit 8,6 Millionen Einwohnern ist die Metropolregion die bevölkerungsreichste der Bundesrepublik. Auch beim Bruttoinlandsprodukt nimmt das Rheinland mit über 330 Milliarden Euro eine Spitzenposition ein. Die starke Wirtschaftskraft sorgt für Wohlstand und Wachstum. Damit die Unternehmen ihre Leistungsfähigkeit erhalten können, kommt es mehr denn je auf exzellente Standortbedingungen an. Die IHK-Initiative Rheinland – das Netzwerk der sieben Industrie- und Handelskammern Aachen, Bonn/Rhein-Sieg, Duisburg-Wesel-Kleve, Düsseldorf, Köln, Mittlerer Niederrhein und Wuppertal-Solingen-Remscheid – hat jetzt eine „Wirtschaftspolitische Agenda“ vorgelegt, in der die IHKs ihre Erwartungen an die Politik im Rheinland formulieren. Die wirtschaftspolitische Agenda greift die Bereiche Verkehr und Infrastruktur, Bildung und Fachkräftesichtung, Forschung und Innovation sowie Stadtentwicklung und Mobilität auf und ist zugleich ein Gesprächsangebot an die Politik, um gemeinsame Wege zu finden, das Rheinland in diesen wichtigen Zukunftsfeldern in den kommenden Jahren zu stärken.

Die Positionen im Einzelnen:

1) Verkehr und Infrastruktur

Zentrale Säule der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der Metropolregion Rheinland ist eine vitale Verkehrsinfrastruktur. „Straßen und insbesondere Brücken sind in einem beklagenswerten Zustand und sorgen schon seit langem für enorme betriebs- und volkswirtschaftliche Verluste“, betont Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. „Einen besonderen Stellenwert müssen daher die Brückensanierung und der Erhalt sowie sach- und bedarfsgerechte Ausbau der Verkehrswege erhalten. Auch Verkehrsträger wie Wasser und Schiene sollten nachhaltig gestärkt werden.“ Mit einem Gesamtvolumen von rund 13,8 Mrd. Euro für NRW schafft der Bundesverkehrswegeplan 2030 dafür die Voraussetzungen. „Nun müssen die Projekte auch zügig geplant und umgesetzt werden. Zudem ist es erforderlich, die Planung von Infrastrukturprojekten zu beschleunigen“, so Steinmetz weiter. Für Ersatzbaumaßnahmen sollte schnell ein vereinfachtes Planungsrecht auf Bundesebene geschaffen werden. Des Weiteren fordern die rheinischen IHKs, beim Land, beim Bund und in den Kommunen des Rheinlandes die erforderlichen Planungskapazitäten bereitzustellen. Weniger Staus trotz einer wachsenden Zahl von Baustellen und einer Zunahme der Verkehre: Dieses Ziel, so die Industrie- und Handelskammern, lässt sich nur mit Hilfe eines besseren Baustellenmanagements erreichen. Die IHKs fordern hier große Anstrengungen von Kommunen, Land und Deutscher Bahn. Die Digitalisierung der Infrastruktur soll nach Auffassung der Rheinland-IHKs aber nicht nur bei den Baustellen helfen. Gefordert wird auch eine bessere Verkehrssteuerung. So könnte ein Lkw-Vorrang-Routennetz entscheidend zur Verbesserung der Verkehrssituation in den Ballungszentren beitragen.

2) Bildung und Fachkräftesicherung

Die Wirtschaft benötigt auf allen Ebenen exzellente Fachkräfte – neben Mitarbeitenden mit Hochschulbildung ebenso solche, die auf dem Weg einer dualen Ausbildung das Rüstzeug für eine qualifizierte Tätigkeit in den Betrieben erwerben. „Die duale Ausbildung ist und bleibt ein Erfolgsmodell des Standortes Deutschland. Dieses Erfolgsmodell gilt es zu stärken und auszubauen“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Steinmetz. Dazu gehöre auch, die Attraktivität der dualen Ausbildung bei Jugendlichen und deren Eltern noch deutlich als bisher vorzustellen und dabei zu unterstreichen, dass nicht nur ein Studium vielfältige Aufstiegs- und attraktive Verdienstmöglichkeiten bietet.

Außerdem sollte die berufliche Weiterbildung als zentrales Element der Fachkräftesicherung ausgebaut werden, auch im Hinblick auf die Herausforderungen durch Arbeit 4.0. Es gilt zudem, die unterschiedlichen Aktivitäten bei der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf, Integration sowie Inklusion und altersgerechtem Arbeiten so zu verzahnen, dass auch kleine und mittlere Betriebe entsprechende Angebote im Rahmen ihrer Fachkräftesicherung ohne Weiteres nutzen können. Eine weitere Forderung im Rahmen der wirtschaftspolitischen Agenda ist unter anderem die Nutzung neuer Lernformen und -methoden, die sich durch die Digitalisierung ergeben.

3) Forschung und Innovation

Das Rheinland verfügt über eine hohe Dichte an Forschungseinrichtungen. Die Anzahl und Qualität staatlicher und privater Lehr- und Forschungseinrichtungen macht es zu einer der forschungsstärksten Regionen in Deutschland. Das zeigt sich auch bei den Studierendenzahlen. Über 44 Prozent der landesweit rund 760.000 eingeschriebenen Studierenden sind an einer Hochschule im Rheinland immatrikuliert. Zusätzliches Potenzial entsteht durch die drei Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft sowie die zahlreichen Forschungsinstitute. Um Innovationen gezielt voranzutreiben, fordern die rheinischen IHKs, die knappen Fördermittel so einzusetzen, dass sie die größte Innovationskraft entfalten. Ferner beinhaltet die wirtschaftspolitische Agenda unter anderem die Empfehlung, den Austausch zwischen Unternehmen und Hochschulen über den „Forschungsdialog Rheinland“ hinaus zu stärken sowie den Transfer von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft weiter zu optimieren. Erforderlich ist es zudem, in der Grundfinanzierung der Hochschulen mehr Mittel für Gründungen und Transfer bereitzustellen.

4) Stadtentwicklung und Mobilität

Stadtentwicklung und Mobilität sind bedeutende Standortfaktoren für Unternehmen und Haushalte. Ziel ist die Sicherung und nachhaltige Entwicklung der Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrssysteme.

Manche Innenstädte sind bereits heute vom motorisierten Individualverkehr zu stark belastet. Pendler und Lieferanten stehen zu oft und zu lange im Stau. Intelligente Verkehrs- und Entwicklungskonzepte, mit neuen Perspektiven auch für den öffentlichen Personennahverkehr und die Elektromobilität, sind gefragter denn je.

Die sieben rheinischen IHKs fordern vor diesem Hintergrund unter anderem die langfristige Finanzierungssicherung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und den Ausbau von Citylogistikkonzepten mit kombinierbaren, verzahnbaren und digital unterstützten Mobilitätsketten, die vorhandene Angebote – vom Individualverkehr über ÖPNV, Carsharing, Fahrradmiete und Taxifahrt bis hin zu Mitfahrervermittlung – beinhalten.

Filed by Christian Dick at März 10th, 2017 under NRW - News
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März 7, 2017

Wimmelbilderbuch über Entstehung der Kölner Doms

Buchvorstellung von Christian Dick

Ein sehr schönes Buch für Erwachsene gleichermaßen wie für Kinder, das sich auch hervorragend zum gemeinsamen Schmökern im Familienkreis anbietet, ist das im Kölner Greven Verlag erschienene Wimmelbilderbuch „Wie der Dom nach Köln kam“. Geschichte muss keineswegs langweilig daher kommen. Dann das dieses Buch ist ebenso kurzweilig wie abwechslungsreich und bringt die Geschichte des Kölner Doms auf spielerische Weise nahe. Somit kann das Buch jedem empfohlen werden, der sich für den Kölner Dom interessiert.

Die Illustrationen stammen von Christoph Baum, die Texte des Buches wurden von der ehemaligen Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner und dem stellvertretenden Chefredakteur des domradio Johannes Schröer verfasst.

Zum Inhalt des Buches:

Ochsenkarren, Lastenkräne, Flaschenzüge, Baumeister, Steinmetze, dazu allerhand buntes Treiben rund um die Baustelle – voller Detailfreude lässt Christoph Baum die Entstehung des Kölner Doms in seinen Illustrationen lebendig werden. Es sind großformatige Schlüsselszenen des Kathedralbaus, die bereits vor der Grundsteinlegung, zu Zeiten der römischen Kolonie einsetzen und bis in die Gegenwart reichen.

Dombaumeisterin a.D. Barbara Schock-Werner und Johannes Schröer erläutern die Abbildungen und erzählen von der schweißtreibenden Arbeit der Handwerker auf der Dombaustelle, von Geheimgängen, durch die Erzbischof Anno II. einst vor aufgebrachten Bürgern fliehen musste, von einer schräg klingenden Kaiserglocke, von den Plänen, an den Domtürmen eine Haltestelle für Zeppeline einzurichten, und davon, wie der Dom nach der Zerstörung Kölns im Zweiten Weltkrieg zum Symbol der wiederauferstehenden Stadt wurde.

Christoph Baum, geb. 1951, ist gelernter Schriftsetzer und studierter Maler. Als Art Director verantwortete er unter anderem das Aussehen von Zeichentrickfilmen wir Käpt’n Blaubär und Pippi Langstrumpf.

Professorin Dr. Barbara Schock-Werner, geb. 1947, studierte nach ihrer Ausbildung als Bauzeichnerin Architektur, Geschichte und Kunstgeschichte. Das Amt der Dombaumeisterin hatte sie von 1999 bis 2012 inne.

Johannes Schröer, geb. 1963, hat Theologie und Germanistik studiert. Nach Stationen bei Radio Essen und beim WDR ist er seit 2002 stellvertretender Chefredakteur beim domradio.

Bibliographische Angaben:

Christoph Baum (Illustration)

Barbara Schock-Werner und Johannes Schröer (Text)

Wie der Dom nach Köln kam

64 Seiten durchgehend farbig illustriert

Format 35 × 28 cm

Gebunden

Herausgegeben vom Zentral-Dombau-Verein zu Köln von 1842

Gefördert von der Stiftung Kulturwerk der VG BILD-KUNST, Bonn

18.90 Euro

ISBN 978-3-7743-0673-8

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Biographie über einen imponierenden Bildhauer

Buchvorstellung von Christian Dick

Er ist ein wahrer Genius unserer Zeit. Viele herausragende Skulpturen in Düsseldorf und Köln wurden von ihm geschaffen. Viele finden sich in Kirchen. Eines der meist diskutierten Werke dieses Künstlers ist ein Heinrich-Heine-Denkmal am Schwanenmarkt in Düsseldorf, bei dem der Kopf von Heinrich Heines geteilt und als Vexierlandschaft begehbar ist. Die Rede ist von dem Düsseldorfer Bildhauer Bert Gerresheim, der auch mit über 80 Jahren noch von sich reden macht und dessen neueste Skulptur der Düsseldorfer Kunst-Mäzenin Mutter Ey im Frühjahr 2017 im Herzen der Düsseldorfer Altstadt aufgestellt wird.

Nun ist eine neue hochinteressante Biographie über diesen unermüdlichen Künstler erschienen, die sehr lesenswert ist. Unter dem Titel „Bert Gerresheim – Ein Bildhauerleben“ ist dieses Buch des Journalisten Michale Kerst über das Leben und die Schaffenskraft dieses filigranen Künstlers im Düsseldorfer Grupello Verlag erschienen.

Zum Inhalt des Buchs

Wie wird ein Mensch zum Künstler? Zuerst muss es eines geben, das unerlässlich ist: Talent. Dann der unbedingte Wille, diesen Weg beschreiten zu wollen, das, was man tut, nicht als Beruf, sondern als Berufung zu verstehen – was in unserer heutigen Welt immer mehr verloren gegangen zu sein scheint. Das Dritte, das zu Talent und dem Wollen kommt, ist ein Lebensweg, der vom Nicht-Verzweifeln geprägt sein muss, denn wie viele Künstler enden als Taxifahrer, in der Gastronomie, als Zoo-Tierpfleger oder schlagen sich mit schlecht bezahltem Privatunterricht durch?

Zu denjenigen, die sich nicht unterkriegen lassen, die konsequent an sich und ihrer Kunst arbeiten und Geschichten zu erzählen haben, gehört der Düsseldorfer Bildhauer Bert Gerresheim. Aus spannenden Gesprächen verfasste Michael Kerst im Wechsel von Erzähltext und Zitaten des Künstlers eine außergewöhnliche Biographie. Amüsierend und gleichzeitig nachdenklich führt er den Leser in drei großen Abschnitten durch das inzwischen mehr als acht Jahrzehnte dauernde Leben des Künstlers. Von der Kindheit und Schulzeit, der Studienzeit an der Düsseldorfer Kunstakademie und der Villa Massimo in Rom bis zu seinem »Brotberuf« als Lehrer und seinem »Unruhestand«, der Phase nach der Pensionierung, in der Gerresheim zu einem weiteren, langjährigen Kreativitätsschub gelangte.

Eine Fotoreportage von Uwe Schaffmeister über die Entstehung eines Gerresheimschen Kunstwerks, dem »Mutter Ey«-Denkmal, das an die legendäre Düsseldorfer Galeristin Johanna Ey erinnert, rundet das Werk ab.

Michael Kerst, geboren 1961 in Kleve; Studium der Publizistik, Germanistik und Politikwissenschaften in Münster; seit 1988 Pressesprecher der Stadt Kleve, danach Redakteur und Redaktionsleiter verschiedener Zeitungen am Niederrhein, Hörfunk-Reportagen über klassische Musik und Oper für WDR 3, seit 2001 Redakteur des Düsseldorf EXPRESS, seit 2009 stellvertretender Redaktionsleiter des Düsseldorf EXPRESS; lebt in Meerbusch.

Bibliographische Angaben:

Bert Gerresheim –  Ein Bildhauerleben

Grupello Verlag

Neuerscheinung

MichaelKerst

Bert Gerresheim Ein Bildhauerleben

240 Seiten·gebunden·

€24,90

Mit 155 farbigen Abbildungen

ISBN 978-3-89978-252-3

Filed by Christian Dick at März 7th, 2017 under Buchtip
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Gegenüberstellung zweier berühmter Schriftstellerinnen mit viel Emotionen und Herzblut

Autor: Christian Dick

Am 4. und 5. März ließ das Neusser Kulturforum Alte Post das Leben zweier bedeutenden Schriftstellerinnen Revue passieren, die ihrer Zeit einen ganz besonderen Geist eingehaucht haben, der bis heute kräftig nachhallt. In die Rollen der 1926 in Klagenfurt geborenen Ingeborg Bachmann und der 1901 geborenen Marie Luise Kaschnitz schlüpften Petra Kuhles und Christiane Lemm. Die beiden sehr temperamentvollen Schauspielerinnen drücken den beiden Schriftstellerinnen dadurch ihren ganz besonderen Stempel auf, dass sie mit viel Herzblut die starken Emotionen und die besondere Genialität der beiden Schriftstellerinnen darstellen. Ingeborg Bachmann und Marie Luise Kaschnitz waren von der ewigen Stadt Rom so sehr fasziniert, dass sie nicht von dieser Stadt loslassen konnten. Die Wege der beiden Schriftstellerinnen kreuzen sich in dieser Inszenierung immer wieder im Caffè Greco in Rom. Die beiden Frauen erörtern dabei ihre jeweilige emotionale Stimmungslage und suchen gemeinsam nach Lösungen für Probleme in ihrem Leben. In dieser Inszenierung wird mit viel Tiefgang aufgezeigt, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede die beiden Schriftstellerinnen haben. Beide sind auf Grund ihrer Liebe zu Rom Seelenverwandte. Obwohl beide Frauen in Rom sterben, ist ihr Leben jedoch sehr unterschiedlich verlaufen. Eine Collage aus Prosatexten und Gedichten, Geräuschen und italienischer Musik rundete diese Aufführung, die sehr fesselnd und sehenswert war, ab.

Informationen über das Neusser Kulturform Alte Post sind unter folgender Internetadresse zu finden: https://www.altepost.de/

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